Siemens-AUB-Prozess: Bewährungsstrafe und Gefängnis für Angeklagten

Nürnberg - Mit einer Verurteilung zu viereinhalb Jahren Gefängnis und einer Bewährungsstrafe ist am Montag in Nürnberg der Prozess um verdeckte Millionenzahlungen des Elektrokonzerns Siemens an die Arbeitnehmerorganisation AUB zu Ende gegangen.

Der frühere AUB-Chef Wilhelm Schelsky wurde vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth wegen Beihilfe zur Untreue und Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Der frühere Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer erhielt wegen Untreue und Steuerhinterziehung eine Strafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen à 80 Euro.

Schelsky, der seit Februar 2007 in Untersuchungshaft sitzt, hatte mit Feldmayer einen Vertrag geschlossen, wonach Siemens zwischen Januar 2001 und November 2006 mehr als 30 Millionen Euro für den Aufbau der AUB zahlte. Die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) sollte eine Gegenmacht zur einflussreichen Gewerkschaft IG Metall im Konzern bilden.

"Es war wirklich erschreckend, wie sich manche Zeugen hier gewunden haben", sagte der Vorsitzende Richter Richard Caspar über den Prozessverlauf, in dem mehrere der damaligen Siemens- Führungskräfte geladen gewesen waren.

dpa

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