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Der Wirtschaftseinbruch soll in Deutschland kurz und mild verlaufen.

Gefahr einer Rezession in Deutschland wächst

Halle - Erste Konjunkturforscher rechnen in Deutschland bereits mit Rückgang der Produktion im Winterhalbjahr. Die meisten Experten hoffen aber auf eine “sanfte Landung“ und kaum Konsequenzen für den Arbeitsmarkt.

In Deutschland wächst die Gefahr einer neuen Rezession. Nach einer Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und des Forschungsinstituts Kiel Economics könnte die deutsche Wirtschaft schon im Winterhalbjahr wieder schrumpfen. Auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) sieht zunehmende Risiken für die Konjunktur.

Die Experten von IWH und Kiel Economcis sorgten am Mittwoch mit einer Prognose für Aufsehen, die deutlich düsterer ausfiel als die der anderen deutschen Forschungsinstitute. Nach ihrer Meinung droht Deutschland schon im Winterhalbjahr eine neue, allerdings milde Rezession. “Die internationale Schulden- und Vertrauenskrise hat auch die deutsche Konjunktur aus dem Tritt gebracht“, heißt es in der Konjunkturprognose. Die gesamtwirtschaftliche Produktion werde voraussichtlich im letzten Quartal dieses Jahres und im ersten Quartal 2012 um jeweils 0,1 Prozent sinken.

Allerdings soll der Wirtschaftseinbruch kurz und mild verlaufen. Schon ab der zweiten Jahreshälfte 2012 soll die deutsche Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen. Insgesamt prognostizierten die Wissenschaftler für 2012 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,8 Prozent, nach einem Plus von 3,0 Prozent in diesem Jahr.

Auch am Arbeitsmarkt soll der Konjunktureinbruch wenig Spuren hinterlassen. Die Zahl der Erwerbstätigen bleibe hoch und werde Ende nächsten Jahres einen neuen historischen Höchststand erreichen, prognostizierten sie.

Deutsche Bank hält Ängste für übertrieben

Auch das RWI geht davon, aus, dass sich die Risiken für die deutsche Konjunktur wegen des deutlich labileren weltwirtschaftlichen Umfelds und der wieder wachsenden Spannungen im Finanzsektor in den vergangenen Monaten merklich vergrößert haben. “Bei einem neuerlichen drastischen Einbruch des Welthandels würde die deutsche Wirtschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit zurück in eine Rezession fallen“, heißt es in der Untersuchung.

Für wahrscheinlicher halten die Konjunkturforscher allerdings weiterhin eine “sanfte Landung“ nach dem stürmischen Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Quartale. Wenn es der Politik gelinge, die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum in den Griff zu bekommen, werde sich das Wachstum in Deutschland zwar deutlich abschwächen. Doch der Absturz in die Rezession werde vermieden. Das Essener Institut erwartet in diesem Fall für 2012 einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von einem Prozent.

Allerdings gibt es auch optimistischere Stimmen: Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, rechnet nicht mit einem drastischen Konjunktureinbruch. Die Rezessionsängste an den Finanzmärkten seien wahrscheinlich übertrieben. “Das größte Risiko ist, dass die jetzt noch übertriebenen Ängste Investoren und Konsumenten erfassen, diese ebenfalls Angst bekommen und nicht mehr investieren und konsumieren“, sagte er dem Magazin “Börse Online“. Und auch der Bankenverband betonte: “Deutschland droht keine Rezession“.

dapd

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