Gegenofferte könnte HVB und Unicredit in Flitterwochen stören

- München - Auch nach der offiziellen Vermählung von HypoVereinsbank und italienischer Unicredit schießen die Spekulationen ins Kraut. Besonders die Vorstellung eines feindlichen Gegenangebots lässt derzeit die Herzen von Anlegern und Analysten schneller schlagen. Die französischen Großbanken BNP Paribas und Socié´t鴐 Gé´né´rale könnten mit höheren Offerten einen Bieterwettkampf eröffnen, wurde in Frankreich geunkt. Die HVB-Aktie rückte prompt mit einem Zuwachs von zeitweise über drei Prozent an die Spitze der Dax-Titel vor. Schon am Vortag war das Papier um fast fünf Prozent geklettert. Spekuliert wird zudem über einen Verkauf der HVB-Tochter DAB Bank. Die Direktbank könne nach der Übernahme durch Unicredit abgestoßen werden.

Unicredit will die HVB nach aktuellem Stand für gut 16 Milliarden Euro schlucken. HVB-Vorstandssprecher Dieter Rampl und Unicredit-Chef Alessandro Profumo waren gestern in Frankfurt unterwegs, um für die Fusion zu werben. "Ein feindliches Gegenangebot ist theoretisch immer möglich", hieß es in Finanzkreisen. Allerdings  müsse ein Konkurrent die Katze im Sack kaufen. Denn einen Blick in die Bücher gewährt die HVB nur Unicredit. Ein feindlicher Übernehmer kann die Risiken schwerer einschätzen. "Allerdings könnte er auf die Vorarbeit von Unicredit setzen", sagt ein Aufsichtsrat.<BR><BR>Nicht nur wegen der höheren Risiken seien feindliche Übernahmen in der Bankbranche unüblich, sagt Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck. "Wichtig sind bei einer Bank die Mitarbeiter und das Management." Die Führungsspitze hat sich aber Unicredit fest versprochen. Denn bei den Italienern spielt die HVB zwar die Rolle des Juniorpartners. Da die Börsenwerte aber noch relativ nah beieinander liegen, konnten sich die Münchner viel Einfluss sichern. <BR><BR>Bei einer Allianz zum Beispiel mit BNP Paribas sähen die Machtverhältnisse anders aus. Die Franzosen können einen Börsenwert von fast 50 Milliarden Euro in die Waagschale werfen. Hier hätten die Münchner deutlich weniger Mitsprachemöglichkeiten, schon deshalb dürfte der Vorstand kaum Interesse an einer Übernahme durch eine potentere Bank haben. Hinzu kommt, dass die französischen Banken zwar einen höheren Preis bieten müssten, das Einsparpotenzial nach einer Fusion wäre aber geringer, während es bei Unicredit und HVB viele Überschneidungen in Osteuropa gibt. "BNP müsste also mehr für weniger bezahlen", sagt Becker.<P> </P>

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