Gegenwind für BMW

- München - Der erfolgsverwöhnte Autobauer BMW hat trotz hoher Nachfrage nach seinen Fahrzeugen mit viel Gegenwind zu kämpfen. Im dritten Quartal sank das Vorsteuerergebnis wegen der hohen Rohstoffpreise, Währungseffekten und des verschärften Wettbewerbs um knapp 17 Prozent auf 647 Millionen Euro. Auch für das Gesamtjahr stellt sich der Konzern auf einen möglichen Gewinnrückgang ein.

Dennoch sieht sich BMW insgesamt gut auf Kurs. Der Konzern werde trotz der Umbrüche in der Branche auch langfristig selbstständig bestehen können, sagte Konzernchef Helmut Panke am Donnerstag in München. "Wir werden den Weg aus eigener Kraft weiter gehen." Das Absatzwachstum konnte BMW im dritten Quartal nochmals beschleunigen. Die Zahl der Auslieferungen wuchs um gut 15 Prozent auf 341 932 verkaufte Autos. "Wir haben unsere Position als erfolgreichster Premium-Anbieter ausgebaut", sagte Panke. Die Erlöse stiegen im Quartal um gut zehn Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Beim Gewinn im dritten Quartal wirkte sich insbesondere eine Neubewertung der Umtauschanleihe auf Rolls-Royce-Aktien aus.

Das Finanzergebnis wurde so um 175 Millionen Euro gedrückt. Auch ohne diesen Effekt wäre der Gewinn aber deutlich langsamer gewachsen als Absatz und Umsatz. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr bekräftigte Panke aber entgegen den Befürchtungen mancher Analysten. "Wir streben weiterhin ein Ergebnis in etwa auf dem Niveau des Vorjahres an." Laut früheren Konzernangaben kann dies einen Rückgang oder einen Anstieg um bis zu zehn Prozent bedeuten.

Panke stellte aber klar, dass eher ein Rückgang möglich ist. "Wir nähern uns dem Ziel von unten an." In den ersten neun Monaten steigerte BMW den Umsatz um 2,7 Prozent auf gut 34 Milliarden Euro. Der Absatz verbesserte sich um gut 11 Prozent auf 988 463 verkaufte Fahrzeuge. Der Gewinn vor Steuern brach um 12,5 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro ein. Wegen einer niedrigeren Steuerquote sank der Überschuss nur um 2,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Auch das vierte Quartal wird nicht leicht werden. Man rechne mit anhaltend hohen äußeren Belastungen, sagte Finanzvorstand Stefan Krause. Zudem sei noch nicht absehbar, ob weitere Belastungen aus der Umtauschanleihe hinzukämen. Die Gewinnprognose gelte aber einschließlich der Sondereffekte beim Finanzergebnis. Die BMW-Aktie konnte nach anfänglichen Verlusten zwischenzeitlich leicht auf 36,40 Euro zulegen.

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