Geht Griechenland am Donnerstag Pleite?

Athen - Zahlreiche große Banken und Versicherer wollen sich am Schuldenschnitt für Griechenland beteiligen. Doch reicht das?

Die Investoren-Vereinigung PCIC erklärte am Mittwoch, dass sich Mitglieder, denen Griechenland 81 Milliarden Euro schuldet, am Umtausch der Papiere beteiligen wollen. Das entspreche 39,3 Prozent der infrage kommenden Summe. Darüber hinaus haben weitere Unternehmen angekündigt, das Angebot anzunehmen, was die Quote über die 40-Prozent-Marke hebt.

Euro-Schuldenkrise - Eine Chronologie

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Damit der freiwillige Schuldenschnitt gelingt, muss jedoch eine Beteiligungsquote von 90 Prozent erreicht werden. Die Frist läuft am Donnerstagabend aus. Andernfalls drohen Zwangsmaßnahmen der griechischen Regierung. Dies wiederum könnte dazu führen, dass das Land von den Ratingagenturen als bankrott eingestuft wird.

Von vielen Investoren ist noch nicht bekannt, wie sie sich entscheiden. Dazu zählt auch die FMS Wertmanagement, die den innerhalb Deutschlands wohl größten Bestand an griechischen Anleihen hält. Bei der Bad Bank der Hypo Real Estate wollte man am Mittwoch nicht sagen, ob es eine Entscheidung gibt - und wie sie gegebenenfalls lautet. Im Herbst hatte sie noch Bereitschaft signalisiert, an einem Schuldenschnitt teilzunehmen. Nach den damals diskutierten Bedingungen wäre aber nur knapp eine Milliarde Euro betroffen gewesen. Jetzt wären es wohl acht Milliarden Euro.

Vergleichsweise überschaubare Summen

Bei den meisten deutschen Unternehmen geht es dagegen um vergleichsweise überschaubare Summen, da die griechischen Staatsanleihen nach massiven Wertberichtigungen nur noch mit einem Bruchteil ihres Nominalwertes geführt werden. Bei der Deutschen Bank stehen die griechischen Papiere noch mit 484 Millionen Euro in den Büchern, das sind 29 Prozent des Nominalwertes. Bei der Commerzbank sind es etwa 800 Millionen und 26 Prozent, bei der Allianz 310 Millionen und 24,7 Prozent.

Nicht unter den vom PCIC genannten Instituten, aber trotzdem zum Schuldenschnitt bereit ist der weltgrößte Rückversicherer Munich Re. Bei ihr stehen die Staatsanleihen noch mit rund 400 Millionen Euro in den Büchern, was 23,9 Prozent des Nominalwerts entspricht.

Bei den Volks- und Raiffeisenbanken müssen die einzelnen Institute jeweils für sich entscheiden, sie haben nach eigenen Angaben aber eher überschaubare Bestände. Die zu ihnen gehörende DZ Bank hatte zuletzt noch Anleihen über rund 300 Millionen Euro in den Büchern. Das waren 25 Prozent des Nominalwertes. Bei den Sparkassen erwartet der scheidende Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Heinrich Haasis, dass die meisten beim Schuldenschnitt mitmachen.

Bewertung könnte echtem Verlust in etwa entsprechen

Beim Umtausch erhalten die Investoren neue Anleihen Griechenlands und des europäischen Rettungsschirms EFSF, die zusammen 46,5 Prozent des ursprünglichen Wertes haben. Finanzmarktexperte Wolfgang Gerke hat den echten Verlust beim Umtausch allerdings zuletzt auf 70 Prozent geschätzt. Sparkassenpräsident Haasis sagte am Mittwoch, die Verluste lägen wohl zwischen 74,2 und 78,6 Prozent. Das entspräche in etwa den Wertberichtigungen, die die Geldhäuser bereits vorgenommen haben.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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