HVB geht mit steigenden Gewinnen in Fusion

- München - Die HypoVereinsbank geht angesichts steigender Gewinne selbstbewusst in die Fusion mit der italienischen UniCredit. In den ersten sechs Monaten wurde der Gewinn unter dem Strich auf 566 Millionen Euro mehr als verdoppelt. "Trotz einer weiterhin verhaltenen Konjunkturentwicklung liegen wir mit den wesentlichen Ergebniskomponenten voll im Plan", sagte HVB-Chef Dieter Rampl am Mittwoch in München. Für das Gesamtjahr peilt die Bank weiter einen Gewinn von etwa einer Milliarde Euro an.

Beim geplanten Zusammenschluss mit UniCredit sieht sich die HVB ebenfalls auf Kurs. Allerdings gibt es nach dpa-Informationen Widerstand im HVB-Aufsichtsrat gegen einen möglichen Aufstieg von Christine Licci zur neuen Vorstandssprecherin nach der Übernahme. Am Freitag sollen aber erst einmal die UniCredit-Aktionäre über die Übernahme der HypoVereinsbank abstimmen.

Im zweiten Quartal verlangsamte sich das Wachstum bei der HVB deutlich. Unter anderem wegen eines schwächeren Handelsergebnisses wuchs der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr nur noch um neun Prozent auf 230 Millionen Euro. Im ersten Quartal hatte die HVB unter anderem wegen eines steigenden Handelsergebnisses noch 336 Millionen Euro verdient. Das Betriebsergebnis stieg im ersten Halbjahr im Konzern um 44 Prozent auf 960 Millionen Euro. Die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen, die HypoVereinsbank-Aktie notierte zeitweise unverändert bei 21,90 Euro.

Bei der Aufsichtsratssitzung, auf der die Zahlen präsentiert wurden, gab es Streit um die künftige Führung. Es gebe große Vorbehalte gegen einen Aufstieg der deutschen Privatkunden-Chefin Licci zur Vorstandssprecherin nach einer Übernahme, erfuhr die dpa. Licci habe sich in den vergangenen Wochen nicht sehr geschickt verhalten. Die Bank brauche nach einer Übernahme zudem einen starken Vorstandschef, um sich gegen den Einfluss aus Mailand zu wehren. Eine offizielle Entscheidung ist zwar noch nicht gefallen, Licci soll den dann etwas einflussloseren Posten aber wohl mit übernehmen, wenn Rampl nach der Übernahme Chef des UniCredit-Aufsichtsrats wird.

Das langsamere Gewinnwachstum bei der HVB im zweiten Quartal war vor allem auf das Handelsergebnis zurückzuführen, das wie bei allen Banken unter Druck geriet. Bei der HypoVereinsbank brach es im Jahresvergleich um fast die Hälfte auf 101 Millionen Euro ein. Dagegen lag der Zinsüberschuss stabil bei knapp 1,5 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss legte um gut 10 Prozent auf 764 Millionen Euro zu. Weiter nicht rund läuft es in Deutschland, wo das Betriebsergebnis im ersten Halbjahr von 483 auf 359 Millionen Euro zurückging.

Die Übernahme durch UniCredit stößt laut Rampl bei den Investoren auf Zustimmung. "Wir haben rundum positive Reaktionen bekommen." Man liege voll im Zeitplan und es seien auch keine größeren Hindernisse erkennbar. Zu einer möglichen Erhöhung des Übernahmeangebots für die freien Aktionäre der Bank Austria (BA-CA) sagte Rampl: "Wir sind hier weiter in Verhandlungen." Die österreichische Übernahmekommission verlangt Berichten zufolge eine Erhöhung des Barangebots für die Minderheitsaktionäre der BA-CA von 70,04 Euro auf 73 Euro.

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