Geiger blickt nach China und Amerika

- Garmisch-Partenkirchen - Große Autohäuser und Zuliefer-Betriebe in Deutschland und vor allem in Westeuropa zählen schon seit Jahren zu seinen Kunden. Jetzt will das Garmisch-Partenkirchener Unternehmen Geiger-Technik neue Märkte erschließen. Nicht nur im europäischen Raum sieht der Juniorchef Albert Michael Geiger noch Potenzial für das Unternehmen, das Kunststoffteile für Fahrzeuge entwickelt und produziert, in denen etwas fließt oder gespeichert wird. Auch Richtung Osten - "wir liefern schon in die Slowakei und nach Tschechien" - wolle man sich weiterentwickeln.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist mit der Eröffnung eines Standorts in Polen bereits getan. "Das heißt nicht, dass wir alles dort hinverlegen", betont Geiger. Schon aus Platzgründen könne der Betrieb nicht komplett umziehen. Schließlich sei er nur halb so groß wie das Geiger-Werk in Thüringen. Vielmehr sei nur ein Teil der Fertigung nach Sosnowiez verlegt worden. Bei einem gewissen Grad der Sättigung müsse man dort produzieren, wo es günstiger sei. Die gesamte Entwicklung bleibe aber auch in Zukunft in Deutschland. In Garmisch-Partenkirchen, Murnau, Kaufbeuren und Tambach-Dietharz beschäftigt Geiger derzeit 1018 Mitarbeiter. Neue Teile würden außerdem erst einmal hierzulande produziert.<BR><BR>Nach Polen, "ein wichtiger Standort für Mittel- und Osteuropa", gelte es jetzt auch, den chinesischen und den US-Markt zu beäugen, meint Geiger: "Wir gehen Schritt für Schritt vor." Auf diesem Weg will sich der Geschäftsführer, der vor einem Jahr in das von seinem Großvater gegründete Unternehmen eingestiegen ist, vor den USA noch Frankreich erschließen. In der Liste der Kunden, die zu einem Drittel aus Automobil-Herstellern und zu zwei Dritteln aus Zulieferern besteht, "fehlen noch ein paar, die wir gerne ergänzen möchten".<BR><BR>Trotz stagnierender Absatzzahlen sei aufgrund des höheren Durchschnittswerts der Fahrzeuge weiteres Wachstumspotenzial vorhanden, glaubt Geiger. "Sparsamere Motoren bedingen verbesserte Technologie, insbesondere im Bereich Kühlung", erläutert er. Eine Perspektive erkennt er in dem Absperrsystem, das das Unternehmen derzeit entwickelt und das bald in Serie gehen soll. Damit würden im Bereich Luftzufuhr zum Motor zusätzliche Möglichkeiten zum Energiesparen ausgeschöpft. "Wir tun alles", unterstreicht Geiger, "um die Chancen zu nutzen, die der Markt trotz der rezessiven Elemente zu bieten hat."

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