Geländewagen vor Cabrio: Nach zwei Jahren noch 78 Prozent wert

- Wer ein Auto kaufen will, das möglichst wenig an Wert verliert, konnte bislang auf ein klappbares Dach setzen. Denn Fahrzeuge mit Stoffverdeck galten bislang als die wertstabilsten Automobile. Nun kann man mit gut zwei Tonnen Blech das Gleiche erreichen. Der geräumige geländegängige BMW X5 hat im jüngsten Schwacke Automobilindex (Sax) in dieser Disziplin alle Konkurrenten weit hinter sich gelassen.

Nach zwei Jahren hat das in den USA gefertigte weißblaue "Sport-Utility-Vehicle" nicht einmal ein Viertel seines Werts verloren: 77,8 Prozent Restwert erreicht kein anderes zwei Jahre altes Fahrzeug. Knapp unter dieser Schwelle rangieren vier Cabriolets: BMW 3er (74,9 %), Audi A4 (74,6 %), VW New-Beetle (74,6 %) und Mercedes CLK (74,3 %). Recht gut schlugen sich auch die Roadster: Porsche Boxster (73,2 %), BMW Z4 (72,6 %) und Audi TT (70,1 %).

Noch vier weitere Fahrzeuge schafften es in die Top-Gruppe (mit über 70  Prozent Werterhalt): der geländegängige VW Touareg (72,0 %), die Mercedes E-Klasse (70,2 %) und die Plattformschwestern aus dem VW-Konzern Audi A3 (73,2 %) und VW Golf (70,5 %). Wer allerdings für einen zwei Jahre alten A3 15 150 Euro ausgibt, kann für weniger Geld auch eine Klasse höher steigen: Einen gleichaltrigen Ford Mondeo (62,2 %) gibt es bereits für 14 700, und statt des Golf für 13 850 Euro bekäme man gewissermaßen als "Upgrade" einen Opel Vectra (58,7 %) für 13 750 Euro.

Wer möglichst viel Auto für möglichst wenig Geld bekommen will, ist in der Oberklasse am besten bedient: So hat ein zwei Jahre alter VW Phaeton (56,1 %) bereits 32 700 Euro an Wert eingebüßt. Trotzdem ist er für 41 000 nicht das günstigste Oberklassen-Schnäppchen. Das ist trotz der "nur" 32 000 Euro Wertverlust der 7er BMW (56,5 %), der für 41 500 Euro zu kaufen ist. Am besten in dieser Klasse schlägt sich der Klassiker Mercedes S-Klasse (62,9 %), der nach zwei Jahren 27 770 Euro an Wert verloren hat und immerhin noch 47 050 Euro kostet. Mit ein Grund für den starken Wertverfall im Luxussegment ist die mit 50 000 Kilometern besondern hohe Laufleistung und die Tatsache, dass im Sax die meisten Klassen mittlerweile als Dieselfahrzeuge verglichen werden. Lediglich in der Oberklasse bei Cabrio und Roadster sowie Kleinwagen sind Benzin-Motoren der Vergleichsstandard.

Damit lässt sich auch das Abrutschen der Kleinwagen begründen. Während diese früher bei der Werterhaltung ganz oben standen, sind sie nun im Mittelfeld gelandet. Allerdings sind sie die einzigen zweijährigen Autos, die man noch für weniger als 10 000 Euro kaufen kann: Einen Ford Fiesta (67,8 %)für 7850 Euro, einen VW Polo (65,3 %) für 8150 Euro, einen Peugeot 206 (65,1 %) für 7950 Euro, einen Opel Corsa (65,0 %) für 8550 Euro und einen Fiat Punto (62,0 %) für 7500 Euro.

Wer viel Platz im Auto braucht, kann durch geschickte Markenwahl sparen: Für einen zwei Jahre alten VW-Sharan (66,3 %) muss man 21 450 Euro hinlegen. Der baugleiche Ford Galaxy (65,0 %) ist bereits für 19 250 Euro zu haben. Ein Peugeot 807 (66,3 %) kostet 19 700 Euro, den baugleichen Fiat Ulysse (62,3 %) kann man für 17 800 Euro erwerben.

Im Markenvergleich landet Audi beim Werterhalt mit drei ersten, zwei zweiten und zwei dritten Plätzen besonders häufig auf dem Siegertreppchen. Es folgen wie gewohnt die Premium-Rivalen BMW zweimal eins, viermal zwei und Mercedes zweimal eins. Volkswagen ist zumindest beim Werterhalt mit einem ersten, drei zweiten und drei dritten Plätzen den Anschluss gelungen und rangiert deutlich vor den übrigen Massen-Herstellern. Ford erreichte mit dem ersten Platz mit dem Kleinwagen Fiesta einen Achtungserfolg.

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