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Das Konzept der Gelbe Tonne hat sich nicht bewährt.

Neue Regeln gefordert

Umfrage: Die Gelbe Tonne gehört auf den Müll

Berlin - Die Mehrheit der deutschen Verbraucher kann mit der aktuellen Regelung der Mülltrennung nichts anfangen. Das hat eine aktuelle Umfrage ergeben.

Die Regelungen für die Mülltrennung seien derzeit "völlig fern von der Lebenswirklichkeit der Bürger", erklärte der Verband Kommunaler Unternehmen, der die repräsentativen Umfrage von Forsa in Auftrag gab, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Das Festhalten an einem "Parallelsystem" für die Hausmüllentsorgung habe sich nicht bewährt und entspreche auch nicht den Wünschen der Bürger, kommentierte der Verband die Ergebnisse der Umfrage. Die geplante Einführung des Wertstoffgesetzes solle daher genutzt werden, um das System der Verpackungsverordnung grundlegend zu reformieren und die Verantwortung für die Entsorgung wieder den Kommen zu übertragen.

So hätten sich zwei Drittel der Befragten dafür ausgesprochen, die Regeln zu ändern und künftig nach Art des Materials zu trennen, also zum Beispiel alle Kunststoffe und Leichtmetalle in einer Tonne zu sammeln - egal, ob es sich um Verpackungen oder gebrauchte Zahnbürsten handele.

Jeder dritte Bürger vermutet der Umfrage zufolge, dass rund die Hälfte des Verpackungsmülls aus der gelben Tonne oder dem gelben Sack wiederverwertet wird. Tatsächlich sei die Recyclingquote von Kunststoffen jedoch viel schlechter, erklärte der VKU. Nur etwa 20 Prozent der eingesammelten Menge an hochwertigem Kunststoff werde wieder eingesetzt.

Das Duale System habe inzwischen ein Akzeptanzproblem, erklärte der VKU. Die Bürger trennten ihren Müll heute weniger als noch vor zwei Jahren. Zudem landeten 40 Prozent der Leichtverpackungen in der grauen Tonne, für die die Kommunen zuständig sind, und nicht im gelben Sack. Gleichzeitig zahlten viele Unternehmen, die Verpackungen in Umlauf bringen, nicht mehr die Lizenzen für das Entsorgungssystem, sondern nutzten gesetzliche Schlupflöcher.

Verbraucher in Deutschland würden die Zuständigkeit für den privat gesammelten Verpackungsmüll mehrheitlich wieder lieber bei den Kommunen sehen. 59 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, die Abholung, Sortierung und Verwertung von Verpackungsabfällen nach rund 20 Jahren wieder an die kommunalen Entsorgungsbetriebe zurückzuübertragen. Nur 28 Prozent sind demnach der Meinung, dass weiter private Unternehmen für den Verpackungsmüll zuständig sein sollen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte Mitte März in einem Interview angekündigt, sie werde in diesem Herbst einen Vorschlag vorlegen, "wie wir das Wertstoff-Recycling für die Bürger flächendeckend noch leichter machen können". In die gelbe Tonne oder den gelben Sack können dann nicht mehr nur Verpackungen mit dem Grünen Punkt entsorgt werden, sondern auch andere Gegenstände aus Kunststoff und Metall, beispielsweise altes Kinderspielzeug, ausrangierte Töpfe oder Schaumstoff.

Die Wertstofftonne gibt es bereits als Pilotprojekt in vielen Kommunen in Deutschland. Der Bundesrat hatte Anfang 2012 die Grundlage für die Einführung der Wertstofftonne geschaffen. Damals hieß es, sie solle ab 2015 bundesweit verfügbar sein.

dpa

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