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Geschenk fürs Alter: Über 20 Millionen Menschen können vermögenswirksame Leistungen beanspruchen.

Vermögenswirksame Leistungen

Wo Sie Geld geschenkt bekommen

Nirgends gibt es etwas geschenkt – fast nirgends. Wer für die Altersvorsorge spart, kann sich von seinem Arbeitgeber und vom Staat einen Zuschuss spendieren lassen. Und das ohne großen Aufwand – dank vermögenswirksamer Leistungen.

Millionen Menschen in Deutschland verzichten auf eine Gehaltserhöhung, für die sie nicht einmal bei ihrem Chef vorsprechen müssten. Denn vermögenswirksame Leistungen (VL) kann man sehr einfach in Anspruch nehmen. Sie sind eines der Instrumente, mit denen angesichts erodierender Renten die private Altersvorsorge gefördert werden soll.

So viel zahlt der Chef

Nicht in jedem Betrieb werden die Beschäftigten mit vermögenswirksamen Leistungen unterstützt, aber in vielen. Über 20 Millionen Menschen in Deutschland haben diese Möglichkeit. Je nach Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung spendiert der Arbeitgeber dann jeden Monat zwischen 6,45 Euro und 40 Euro für vermögenswirksame Leistungen. Wer bei einem neuen Arbeitgeber anfängt, erhält den Zuschuss oft erst nach der Probezeit. Teilzeitbeschäftigte bekommen ihn meist anteilig.

So viel zahlt der Staat

Bei Geringverdienern legt der Staat auf das Geschenk vom Arbeitgeber noch eins drauf. Und zwar ab heuer etwas großzügiger als bislang: Wer höchstens 20 000 Euro zu versteuerndes Einkommen im Jahr erzielt (bei Ehepaaren 40 000 Euro), kann die sogenannte Arbeitnehmersparzulage erhalten. Wie hoch diese ausfällt, hängt vom Produkt ab, das bespart wird.

Gehen die vermögenswirksamen Leistungen in einen Bausparvertrag, legt der Staat neun Prozent des eingezahlten Betrages bis zu maximal 470 Euro – also 42,30 Euro – drauf. Die staatliche Wohnungsbauprämie bleibt davon unberührt.

Wird in einen Fondssparplan mit einem Aktienanteil von mindestens 60 Prozent investiert, gibt es 20 Prozent des eingezahlten Betrages bis zu maximal 400 Euro – also 80 Euro – dazu.

Für die Zulage gilt allerdings eine siebenjährige Sperrfrist. Erst nach Ablauf dieser Zeit, in der sechs Jahre lang angespart wurde und ein weiteres Jahr der Vertrag ruhte, wird die Zulage gutgeschrieben.

Wessen Chef nicht die Höchstsumme für VL springen lässt, der kann sein Sparprogramm aus der eigenen Tasche aufstocken, um den maximalen Förderbetrag vom Staat einzuheimsen.

Das richtige Produkt

Wer sich für vermögenswirksame Leistungen entscheidet, hat die Wahl zwischen verschiedenen Anlageformen. „Es gibt keine eindeutig bevorzugte Lösung“, sagt Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern. Welches Produkt sich eigne, hänge von der individuellen Situation und persönlichen Vorlieben ab. Neben den zuvor erwähnten Varianten – Bausparvertrag oder Fondssparplan – sind auch VL-Banksparpläne oder die Nutzung einer betrieblichen Altersvorsorge möglich. Für die beiden letztgenannten Varianten gibt es allerdings keine staatliche Förderung. Sie kommen also in erster Linie für Anleger infrage, die wegen ihres höheren Einkommens ohnehin keine Sparzulage erhalten würden.

Larisch hält – auch abhängig von der Risikoneigung – besonders Banksparpläne, Bausparverträge und Fondssparpläne für attraktiv. In jedem Fall sollte man sich nicht für das erstbeste Angebot der Hausbank entscheiden, sondern vergleichen, rät er. Und: Das Produkt muss ausdrücklich VL-fähig sein. So kann zum Beispiel nicht in jeden Aktienfonds im Rahmen der vermögenswirksamen Leistungen investiert werden.

Bei Banksparplänen sollte nach Larischs Einschätzung derzeit eine Rendite von 4,5 Prozent pro Jahr drin sein.

Bei einer Untersuchung von Bausparverträgen durch die Zeitschrift „Finanztest“ schnitten jüngst die Deutsche Bank Bauspar, Alte Leipziger und Debeka mit Renditen von um die fünf Prozent vergleichsweise gut ab.

Historisch betrachtet bieten Fondssparpläne langfristig die besten Chancen. Allerdings muss man dabei – wie zurzeit – mit teils drastischen Kursschwankungen leben können. Um das Risiko einzudämmen, empfehlen sich breit streuende Fonds. Unsere Tabelle listet einige weltweit anlegende VL-Aktienfonds auf, die im Fonds-Dauertest von „Finanztest“ gut abschneiden.

So funktioniert es

Hat man sich für ein Anlageprodukt entschieden, erhält man vom Anbieter eine Bescheinigung, die beim Arbeitgeber in der Personalabteilung abzugeben ist. Dieser zahlt dann regelmäßig den vereinbarten Sparbetrag ein. Wer darüber hinaus die staatliche Sparzulage erhält, muss diese bei seiner jährlichen Steuererklärung über die Anlage N beantragen.

von Dominik Müller

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