Das Geld, das niemand haben will

- München - Es gibt Schwarze Listen für unseriöse Nebentätigkeiten, für politische Gegner in Diktaturen und für Abzock-Vorwahlen beim Telefon. Doch auch in Banken richten sich die Angestellten nach schwarzen Listen: Darauf stehen die Währungen, mit denen in Deutschland nicht gehandelt wird. Zum Beispiel mit pakistanischen Rupien.

<P class=MsoNormal>Rund 50 Euro in pakistanischen Rupien hatte ein Münchner Urlauber von seiner Reise mitgebracht, die er bei einer Bank in Euro wechseln wollte. Doch Commerzbank, Raiffeisenbank und Sparkasse lehnten den Umtausch ab. "Das hat zwei Gründe", weiß Hans Schmid vom Sparkassenverband Bayern. Zum einen gebe es in manchen Ländern wie Pakistan zu große Kursschwankungen. "Bei An- und Verkauf lässt sich so kein vernünftiger Preis darstellen", erklärt Schmid. Zudem hätten die Banken keine Weiterhandelsmöglichkeit für manche Währungen. "Das Geld nimmt ja niemand ab."</P><P class=MsoNormal>Auch die Reisebank am Münchner Hauptbahnhof lehnte die rund 50 Euro in pakistanischer Währung ab. "Das liegt am schlechten Handel und der schlechten Nachfrage", begründet Uwe Mehltretter, Währungsexperte bei der Reisebank.</P><P class=MsoNormal>Deswegen gibt es Listen, auf denen anzunehmende und abzulehnende Währungen aufgeführt sind. "Kein Ankauf" steht auch beim rumänischen Leu. Trotz der räumlichen Nähe und des baldigen EU-Beitritts wird dieses Geld in Deutschland nicht gehandelt. Grund: die Nachfrage ist nach Reisebank-Angaben zu gering.</P><P class=MsoNormal>"Wir empfehlen, immer vor Reisebeginn zu fragen, ob das Geld aus dem Urlaubsland nach der Rückkehr umgetauscht werden kann", sagt Hans Schmid. Im Sparkassenverband werden derzeit vier Länder - darunter Pakistan - nicht gehandelt. Sollte die Reise in eines davon gehen, "sollten die Urlauber nur soviel umtauschen, wie sie brauchen, und Reste am Flughafen ausgeben", rät Schmid.</P><P class=MsoNormal>Doch dafür ist es im Fall Pakistan zu spät. Die Rupien sind in Deutschland. Aber eine Lösung ist in Sicht: "Ich würde das Geld wechseln", bietet Shakil Malik vom pakistanischen Restaurant "Deeba" in München an. Der 49-Jährige hat Familie in Pakistan, die er regelmäßig besucht.</P>

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