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Lukrativer Jubel? Wenn Arjen Robben & Co. Tore schießen, steigen bei der „FC-Bayern-Spar-Card“ die Zinsen.

Im Test

Kuriose Sparangebote: Geld verdienen mit dem FC Bayern?

Die Angebote versprechen Zinssteigerungen und ein klein wenig Zockerkitzel. Mit den Erfolgen der Lieblingsfußballer oder dem Benzinpreis sollen die Erträge aufs Sparguthaben steigen. Doch was taugen die Zinsspielchen wirklich?

Geld für Tore?

Es klingt nach einem Grund für doppelten Jubel. Fußballfans sollen sich über Tore ihrer Lieblingsmannschaft nicht nur aus sportlichen, sondern auch aus finanziellen Gründen freuen dürfen. Mit speziellen Sparangeboten können Anhänger von Bayern München, Schalke 04, Borussia Dortmund und dem 1. FC Nürnberg auf den Erfolg ihres Vereins setzen. Doch die Renditen sind einer aktuellen „Finanztest“-Untersuchung zufolge nicht gerade meisterlich.

Bei der „FC-Bayern-Spar-Card“ der HypoVereinsbank beispielsweise steigen die Zinsen pro zehn geschossener Heimtore um 0,1 Prozent, für die Meisterschaft gibt’s einen Extra-Bonus obendrauf. Doch selbst wenn die Bayern-Stürmer in dieser Saison sehr treffsicher sein sollten, sind laut „Finanztest“ bei einem Anlagebetrag von 5000 Euro nur wenig über ein Prozent zu erwarten. Sollten die Bayern Meister werden, wären knapp 1,5 Prozent drin. Wohlhabende Fans, die 25 000 Euro einzahlen, können demnach mit einem halben Prozentpunkt mehr rechnen.

Etwas besser stehen die Chancen für die Anhänger von Borussia Dortmund. Bei der „Schwarzgelben Karte“ der Spardabanken West und Münster liegt der Einstiegszins mit einem Prozent etwas höher als bei den anderen Angeboten. Dennoch müsste die Offensivabteilung des BVB außergewöhnlich erfolgreich arbeiten, damit mehr als 1,75 Prozent abfallen. Auch die von einigen fränkischen Raiffeisenbanken angebotene Sparcard für Fans des 1. FC Nürnberg erreicht selbst dann, wenn der Club die Meisterschale holt, nur das Niveau eines ordentlich verzinsten Tagesgeldkontos. Schalke 04 müsste ebenfalls den Titel holen, damit die Verzinsung durch einige Volksbanken im Ruhrgebiet akzeptabel ausfällt.

Hoffen auf den Dax

Sicher sparen und trotzdem von steigenden Börsenkursen profitieren – das verspricht beispielsweise die Postbank für ihr „Börsensieger“-Konto. Bei einem Anlagebetrag von 5000 Euro sind 2,3 bis 3,1 Prozent drin, was nach Einschätzung der Tester beim derzeit insgesamt niedrigen Zinsniveau ganz ordentlich ist. Als schlechtere Wahl wird das Dax-Sparbuch der Postbank eingestuft, weil der Einstiegszins mit 0,5 Prozent nur halb so hoch ist wie beim „Börsensieger“-Konto. „Unverschämte“ Werbung werfen die Tester dagegen der Deutschen Skatbank vor. Das Institut wirbt mit einer Rendite von bis zu sieben Prozent – diese wäre allerdings nur erreichbar, wenn der Dax ein ganzes Jahr lang Woche für Woche um mindestens 7 Prozent steigen würde. Ausgehend von einem Kursniveau von etwa 4800 Anfang des Jahres müsste der deutsche Leitindex also auf 160 000 klettern. Ähnliches gilt für das Index-Cash-Konto der sächsischen Volksbank Raiffeisenbank Meißen Großenhein.

Mit Sprit sparen

Freude über steigende Benzinpreise? Zwei thüringische Genossenschaftsbanken wollen’s möglich machen. Der Zins ist an die Entwicklung des Benzinpreises gekoppelt – doch zum Ölscheich wird mit diesem Angebot niemand. Die Tester errechneten Renditen zwischen 1,2 und knapp über 2 Prozent.

Unbedingt beachten

Bei Angeboten mit Zinsspanne hängt der Sparerfolg stark von der Untergrenze ab. Es sollte also auf einen möglichst hohen Basis- oder Garantiezins Wert gelegt werden. Auch bei den Fristen gilt es genau hinzuschauen. Unter den getesteten Spezialkonten sind viele mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Je ausgefeilter das Angebot ist, desto umfangreicher sind oft die Nebenbedingungen. Wenn ein Angebot nicht in allen Einzelheiten verstanden wird, sollte darauf nicht eingegangen werden.

mm

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