"Geld verdienen": China lockt bayerische Investoren

- München - Chen Zhenggao kommt schnell auf den Punkt. "Herzlich Willkommen, investieren sie bei uns", sagte der Bürgermeister von Shenyang zur Begrüßung, als er kürzlich in einem Münchner Hotel vor bayerischen Unternehmern sprach. Er war gekommen, um die nordostchinesische Millionen-Metropole als Investitionsstandort anzupreisen: "Wenn Sie Geld brauchen, dann kommen sie zu uns, um welches zu verdienen."

Die rund 50 Zuhörer lauschten gespannt, gilt doch China nicht nur als preisgünstiger Produktionsstandort, sondern auch als zukunftsträchtiger Absatzmarkt. Nach Schätzungen der Norddeutschen Landesbank haben inzwischen rund 1600 deutsche Unternehmen den Sprung ins bevölkerungsreichste Land der Erde gewagt, darunter nicht nur Großkonzern wie Siemens, BMW oder BASF, sondern auch zahlreiche Mittelständler. Und es werden mehr.

"Das Interesse hat enorm zugenommen", sagt Stefan Geiger vom Chinaforum Bayern, einem Verein, der Firmen beim Markteintritt berät. Allerdings warnt der Landeskenner davor, Hals über Kopf gen Asien aufzubrechen. Ein Engagement müsse betriebswirtschaftlich gut geplant werden. So sei beispielsweise zu klären, welcher Standort im riesigen Reich der Mitte am geeignetsten sei. Zudem würden oft kulturelle Unterschiede etwa bei Geschäftsverhandlungen nicht berücksichtigt. "Viele versuchen auf der Chinawelle mitzuschwimmen, aber das kann in die Hose gehen", so Geiger.

Chen Zhenggao betont vor allem die Vorteile. "Bringen sie ihr Unternehmen nach China", brachte er den Unternehmern nahe. Der Service sei der beste, die Grundstückspreise die niedrigsten und die Löhne lägen bei fünf Prozent der Deutschen. Das stets freundlich lächelnde Stadtoberhaupt lockt Investoren zudem mit Vergünstigungen: In Shenyang müssten Gewinne in den ersten drei Jahren nicht versteuert werden.

 

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