Geld für Wachstum: Interhyp will an die Börse

- München - Die Interhyp AG hat die Hypothek internetfähig gemacht. Das Münchner Unternehmen hat sich zum größten unabhängigen Anbieter von privaten Baufinanzierungen hochgearbeitet und hat inzwischen im deutschen Hypothekengeschäft einen Marktanteil von etwa 1,5 Prozent vom jährlichen Neugeschäftsvolumen von 155 Milliarden Euro. Nun strebt das Unternehmen an die Börse.

Das Geschäftsmodell vereinigt die Vorteile des Internet mit dem Vorteil einer hochwertigen Beratung, sagt Vorstand Robert Haselsteiner. Der Kunde finde die beste Baufinanzierung und bekomme einen "signifikanten Preisvorteil" gegenüber der Filiale einer Sparkasse oder Bank. Mit ihrer Einkaufsmacht sei die Interhyp im Durchschnitt 0,5 Prozent günstiger, so Vorstand Marcus Wolsdorf.

Die Interhyp setzt darauf, dass der Kunde wie beim Kauf einer Waschmaschine oder eines Fotoapparats auch bei einer Hypothek ins Internet schaut, sich informiert und Vergleiche anstellt. Die Webseite interhyp.de bietet 14 Rechenanwendungen, mit denen der Kunde seine Finanzierung durchrechnen und vergleichen kann. Bei der ersten Anfrage bekommt der Kunde einen Berater zugeteilt, der ihm aus dem Angebot von 40 Banken und Baufinanzierern seine Finanzierung maßschneidert.

Die Kombination von Internet, spezialisierter Beratung und günstigen Zinsen hat der Interhyp AG seit ihrer Gründung 2000 ein starkes Wachstum beschert. Allein im ersten Halbjahr 2005 stieg der Umsatz um 132 Prozent auf 17 Millionen Euro, das Betriebsergebnis um 116 Prozent auf 4,1 Millionen Euro. Die Interhyp will deshalb in den Prime Standard an der Frankfurter Börse, eventuell noch in diesem Jahr. Über die Börse soll das Kapital für weiteres Wachstum beschafft werden.

Die mit 28 bzw. 17,7 Prozent beteiligten Venture-Capital-Gesellschaften Earlybird und 3i wollen Kasse machen, ihren Anteil verringern, aber nicht ganz aussteigen. Die Gründervorstände Haselsteiner und Wolsdorf wollen ihre Anteile von je 24 Prozent beim Börsengang ebenfalls verkleinern.

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