Wer sparsam heizt, spart doppelt. Wegen des milden Winters wird heizen in diesem Jahr ohnehin billiger.

Aufwärtstrend gedreht

Geld zurück bei den Heizkosten

München - Jahrelang kannten die Heizkosten nur eine Richtung: nach oben. Nun hat sich der Aufwärtstrend gedreht und es gibt Geld zurück. Vor allem wer mit Öl heizt, darf sich auf fette Rückzahlungen im nächsten Jahr freuen.

Die privaten Haushalte sind in den vergangenen Jahren von den Heizkosten schwer gebeutelt worden. Zwischen den Jahren 2000 und 2012 verdreifachte sich der Preis für leichtes Heizöl, für Erdgas verdoppelten sich die Kosten. Doch der Trend ist gebrochen. Die Preise für Gas sind seit zwei Jahren stabil und Heizöl wird von Jahr zu Jahr billiger. Nach einem kräftigen Preisrutsch in der vergangenen Woche waren 100 Liter Heizöl hier und dort schon für weniger als 75 Euro (bei Abnahme von 3000 Litern, inklusive Mehrwertsteuer) zu haben. Das hat es zuletzt im Januar 2011 gegeben, vor fast vier Jahren. Vor allem Heizölkunden können jetzt günstig nachkaufen.

Zudem können sich Millionen Mieter über Rückzahlungen bei den Heizkosten freuen. Dank des milden Winters könnten sich die meisten Miet-Haushalte auf „Geld zurück“ einstellen, teilten der Deutsche Mieterbund (DMB) und die Beratungsgesellschaft co2online am Montag mit. Sie veröffentlichten den neuen Heizspiegel. Im Abrechnungsjahr 2014 profitieren demnach besonders Haushalte, die mit Heizöl heizen.

In den Heizkostenabrechnungen für das vergangene Jahr, die den Mietern bis spätestens zum Jahresende zugehen, könnten Heizöl-Nutzer mit „einer Rückzahlung im zweistelligen Bereich“ kalkulieren, teilte DMB-Direktor Lukas Siebenkotten mit. Der Heizölpreis sei 2013 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gesunken.

Das Heizen mit Heizöl bleibt aber trotz der Rückzahlungen die teuerste Variante, die Wohnung warm zu bekommen: Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung fielen laut Heizspiegel im Schnitt 1085 Euro für das ganze Jahr an. Haushalte mit einer Erdgasheizung zahlten demnach bei gleicher Quadratmeterzahl durchschnittlich 910 Euro. Für fernwärmebeheizte Wohnungen fielen 1055 Euro an.

Für das laufende Jahr rechnet der Mieterbund mit Rückzahlungen für fast alle Haushalte – egal, womit sie heizen. Von Januar bis Juli seien die Heizölpreise erneut um 5,4 Prozent gefallen, rechnete der DMB vor. Auch Fernwärme sei um gut ein Prozent billiger geworden, und der Gaspreis habe sich zumindest nicht verteuert. Zudem sei es zu Jahresbeginn „deutlich weniger kalt“ gewesen, der Energieverbrauch im ersten Halbjahr daher stark gesunken.

Nach Schätzung des DMB wird eine 70 Quadratmeter große, mit Öl beheizte Wohnung in diesem Jahr im Schnitt 918 Euro Heizkosten verursachen. Auch Fernwärme und Gas dürften im Abrechnungszeitraum 2014 billiger werden – für eine mit Fernwärme beheizte 70-Quadratmeter-Wohnung werde der Mieter voraussichtlich 120 Euro weniger als 2013 zahlen, für Gasheizungen 98 Euro weniger.

Die Zahlen seien aber mit „großer Vorsicht“ zu genießen, sagte eine Sprecherin von co2online. Es handle sich dabei um Hochrechnungen des ersten Halbjahres 2014. Sollte der Ölpreis steigen oder der Winter besonders heftig über Deutschland hereinbrechen, würden die Kosten noch steigen. Die Gaspreise folgen dabei tendenziell den Ölpreisen, aber die Bindung ist lockerer geworden. Das liegt vor allem daran, dass der Markt für Erdgas in Bewegung gekommen ist und nicht mehr allein von langfristigen Lieferverträgen bestimmt wird. Die Krise um die Ukraine hat bislang keine nennenswerten Auswirkungen auf den Gaspreis gezeigt. Die europäischen Gasspeicher sind gut gefüllt. Selbst bei einer Lieferkrise könnte Europa wohl Industrie und Haushalte über den Winter versorgen.  afp/dpa

Heizkosten zu hoch?

Verbraucher können online unter www.heizspiegel.de prüfen, ob ihre Heizkosten im Vergleich angemessen sind. Dazu braucht es lediglich die Heizkostenabrechnug 2013.

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