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Der Fondskauf über die Börse ist denkbar einfach. Manchmal lässt sich auch bei der Bank ein Rabatt auf den Ausgabeaufschlag heraushandeln.

Geldanlage: Günstiger Fondskauf über die Börse

München - Beim Kauf von Investmentfonds direkt an der Börse können Anleger am Ausgabeaufschlag sparen und damit ihre Rendite erhöhen. Ausgabeaufschläge für Investmentfonds reduzieren die Rendite für den privaten Geldanleger.

Doch es gibt Möglichkeiten, dieses Aufgeld auf recht einfache Weise deutlich zu reduzieren, den Kauf über die Börse zum Beispiel.

Kreditinstitute informieren darüber oft nicht, wie Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Stiftung-Warentest-Magazins „Finanztest“ sagt: „Die Berater weisen nur ungern auf diese Möglichkeit hin. Sie verdienen daran nämlich weniger.“

Üblicherweise ordern Banken die Fonds direkt bei der Fondsgesellschaft und verlangen einen Ausgabeaufschlag, der je nach Produkt bis zu 5 Prozent beträgt. Wenn der Kunde seine Bank beauftragt, den Fonds an der Börse zu erwerben, entfällt der Ausgabeaufschlag. Kostenlos ist der Kauf aber nicht, denn die Ins-titute berechnen für eine Order Kaufspesen von üblicherweise 1 Prozent der Anlagesumme, bei Direktbanken ist es noch günstiger. Dabei arbeiten viele Banken mit Mindestsummen. Das heißt, je höher der Anlagebetrag ist, desto günstiger wird es für den Kunden.

Eine Beispielrechung

So zahlen Anleger bei einer großen Filialbank für eine 1000-Euro-Order 38,80 Euro Gebühren, bei 10 000 Euro sind es hingegen nur 53,80 Euro. Das entspricht gerade einmal 0,54 Prozent. Hinzu kommt die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs, der sogenannte Spread. Er beträgt je nach Fonds zwischen 0,2 und 1,5 Prozent und wird je zur Hälfte beim An- und Verkauf berechnet. Der beste Kaufzeitpunkt ist übrigens um die Mittagszeit. Dann herrscht Betrieb an den Börsen, und der Unterschied zwischen An- und Verkaufskurs ist geringer.

Der Kaufauftrag

Der Fondskauf über die Börse ist denkbar einfach. Der Anleger braucht seiner Bank bei der Order nur mitteilen, dass er die Anteile über die Börse erwerben will. Dabei sollte er sich nicht erzählen lassen, das sei technisch nicht machbar, denn das ist Unfug, wie Tenhagen betont. „Der Kunde sollte den Bankberater fragen, wie viel der Kauf über die Börse kostet. Alternativ kann er auch versuchen, einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag zu erhalten“, sagt Tenhagen. Anleger, die keine Beratung benötigen, können auch die Dienste von Fondsvermittlern und Fondsshops nutzen. Hier ist der Kauf oft sogar noch günstiger als der Direkterwerb über die Börse, da für viele Fonds kein Ausgabeaufschlag anfällt und zudem auch keine Gebühren berechnet werden.

Die Depotgebühren

Allerdings können die Anteile nur in Depots spezieller Fondsbanken verwahrt werden. Die Depotgebühren bei den Fondsbanken sind unterschiedlich, aber auch hier lässt sich sparen, denn einige Vermittler erstatten sie ab einem bestimmten Depotvolumen.

72 % gehen zur Bank

„Der Kauf über die Börse, bei Vermittlern und Fondsshops ist grundsätzlich empfehlenswert und problemlos, und Anleger sollten diese Sparmöglichkeiten auch nutzen“, sagt Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen. Bislang ist das Interesse allerdings mäßig.. Nach Angaben des Bundesverbandes Investment und Asset Management (BVI) kaufen 72 Prozent ihre Fonds bei Banken und Sparkassen, rund 14 Prozent direkt bei den Fondsgesellschaften und 12 Prozent bei Vermittlern und Vermögensberatern. Und nur 1,8 Prozent der Fonds werden über die Börse und über Fondshops und Fondsvermittler vertrieben.

Mehr Informationen im Internet:

http://www.bvi.de

http://www.test.de

http://www.verbraucherzentrale-bremen.de

Manfred Rolfsmeier

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