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Die Kleinen brauchen Liebe und Zahnspangen, den Führerschein, eine Ausbildung, ein Auto . . . Eltern brauchen dafür Geld.

Geldanlage für Kinder: Fondssparplan statt Biene Maja

Eltern oder Großeltern, die ihre Kinder oder Enkel finanziell unterstützen möchten, sollten frühzeitig beginnen, etwas Geld zurückzulegen. Von speziellen Kinderpolicen sollten sie aber die Finger lassen, rät das Verbrauchermagazin „Finanztest“.

Ein neues Fahrrad, eine Ferienreise, die große Klassenfahrt, Ausbildung oder Studium – all das kostet. Eltern müssen für ihre Kinder tief in die Tasche greifen. Daher ist es sinnvoll, frühzeitig etwas Geld zurückzulegen, schreiben die Verbraucherschützer der Zeitschrift „Finanztest“ (September-Ausgabe). „Spezielle Kinderpolicen wie eine Ausbildungs-Versicherung eignen sich aber nicht.“ Ob „Happy Kids“, „Biene Maja“ oder „Känguru“ – „das Sparen mit Versicherungen lohnt sich nie“, betonen die Finanzexperten. „Finanztest“ zeigt, welche Anlageformen sich eignen, wenn Eltern Geld für die Kinder zurücklegen wollen, und sagt, worauf sie dabei achten sollten:

Versicherungen:

Schließen Sie keine spezielle Kindersparpolice für Ihre Kinder ab. Hier verlieren Sie Geld für die Abschluss- und Verwaltungskosten. Sie können außerdem nicht flexibel über das Guthaben verfügen.

Fondssparen: Wenn Sie sicher sind, dass Sie einen Teil des Spargeldes lange Zeit nicht benötigen, stecken Sie es in einen guten internationalen Aktienfonds. Hier sind die Ertragschancen derzeit am besten. Am günstigsten kaufen Sie über Fondsvermittler im Internet.

Ein Börsentief am Ende kann die Rendite aus Fonds verhageln. Je näher der Termin rückt, desto regelmäßiger sollten Sie das Börsengeschehen beobachten. Soll der Sparplan bis zum 18. Geburtstag Ihres Kindes laufen, können Sie bei hohen Kursen ruhig schon Anteile verkaufen, wenn Ihr Sprössling erst 16 Jahre alt ist. Ist ein Hoch verpasst, geben Eltern am besten nur so viele Anteile zurück, wie momentan nötig sind, und warten für den Rest auf eine bessere Börsenphase.

Banksparen:

Wollen Sie zwischendurch Geld entnehmen, sparen Sie mindestens einen Teil Ihrer Monatsrate mit einem verzinsten Banksparplan. Achten Sie auf Kündigungsfristen, damit Sie ohne Verlust Geld entnehmen können, wenn Sie etwas benötigen. Ein gutes Angebot mit Kündigungsrecht macht zurzeit die Mercedes-Benz Bank (Stand: 1. Juli). Wenigstens drei Prozent Zinsen sollten zurzeit herauskommen. Sonst ist ein gutes Tagesgeldkonto besser, bis es höher verzinste Sparpläne gibt.

Denken Sie vor dem Sparen an eine private Haftpflichtversicherung mit ausreichender Deckungssumme für die Familie. Für Kinder ist eine Unfall- oder am besten eine Kinderinvaliditätsversicherung sinnvoll. Sie selbst benötigen guten Berufsunfähigkeits- und Todesfallschutz. Die Policen sichern das Familieneinkommen in schweren Zeiten.

Steuervorteile des Kindes nutzen

Auf Kursgewinne beim Fondsverkauf ist genauso wie auf Zinserträge die 25-prozentige Abgeltungssteuer fällig. „Läuft der Sparplan auf das Kind, ist das kein Problem“, schreibt „Finanztest“. Jedes Kind darf sogar Einkünfte bis zu 8671 Euro im Jahr haben, ohne Steuern zu bezahlen. Außer bei Hartz IV. Dann muss auch das Geld der Kinder verwendet werden, bevor die Eltern Arbeitslosengeld II bekommen. Jedes Kind hat aber geringe Freibeträge: den Vermögensfreibetrag von 3100 Euro und den allgemeinen Freibetrag von 750 Euro.

Bei allzu hohen Zinseinkünften taucht allerdings ein weiteres Problem auf: „Übersteigt das Einkommen des Kindes 360 Euro im Monat, ist es mit der beitragsfreien Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse vorbei“, warnen die Verbraucherschützer.

Läuft das Sparvermögen auf den Namen des Kindes, müssen die Einzahlenden vorsichtig sein, wenn sie Geld abheben. Sie müssen dem Finanzamt nachweisen können, dass sie das Geld für das Kind verwenden. Sonst müssen sie die Erträge vielleicht sogar im Nachhinein versteuern.

mm

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