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Wenn der Wert des Geldes fällt, ist es meist sinnvoll ins Sachwerte investiert zu haben. Dazu zählen vor allem Immobilien aber auch Aktien. Auch Gold gilt als werterhaltend. Es gibt aber auch Anleihen mit Inflationsausgleich.

Serie Geldanlage: So retten Sie sich vor der Inflation

München - Die Sorge unter Deutschlands Sparern um eine Beschleunigung der Inflationsrate nimmt zu. Doch Anleger können sich darauf vorbereiten. Die wichtigsten Tipps zur Geldanlage:

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Der Goldpreis eilt derzeit von einem Rekordhoch zum nächsten. Mitte Juni kletterte der Preis für das Edelmetall auf 1263,70 Dollar je Feinunze, das sind 31,1 Gramm. Es ist die Nachfrage, vor allem vonseiten der Investoren, die den Goldpreis zuletzt in die Höhe getrieben hat und der dazu führt, dass Münzprägeanstalten mit dem Herstellen von Goldmünzen kaum noch nachkommen.

Gold gilt als klassische Krisenwährung, als Mittel zur Wertaufbewahrung. Offenbar, so scheint es, steckt hinter der gestiegenen Goldnachfrage Angst. Angst vor einer Entwertung des Geldes, vor steigenden Inflationsraten. Laut einer Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment ist die Angst der Anleger vor Inflation im zweiten Quartal 2010 sprunghaft gestiegen. Mit 73 Prozent habe die Zahl der Anleger, die im kommenden halben Jahr steigende Preise erwarten, den höchsten Wert seit dem dritten Quartal 2008 erreicht.

Die Gründe für die Inflation

Die Gründe für diese Entwicklung sind leicht auszumachen. Es ist zum einen die reichliche Versorgung der Wirtschaft mit Zentralbankgeld. „Die hohe Liquidität scheint sich in steigenden Rohstoffpreisen niederzuschlagen“, sagt Martin Hüfner von Assenagon Asset Management. Und dies führe zu einem Anstieg der Verbraucherpreise. „Zwar hält sich dieser Effekt derzeit noch in Grenzen, doch kam die Inflation in den ersten Monaten dieses Jahres schneller zurück, als erwartet“, sagt er. Zum anderen machen die enormen Staatsschulden vieler Industrieländer Sorgen. „Auf politischer Seite steigt dadurch der Anreiz, Inflation als Mittel des Schuldenabbaus zu nutzen“, sagt Heinz-Werner Rapp, Vorstandsmitglied der Feri Finance AG in Bad Homburg. „Das heißt, mehr denn je müssen Anleger entsprechende Signale der Regierungen im Blick haben.“

Zwar rechnen nicht alle Experten damit, dass die Inflation auf kurze bis mittlere Sicht zu einem Problem werden wird. Dennoch fragen sich viele Anleger, wie sie sich auf eine Beschleunigung der Inflation und damit der Entwertung des Geldes vorbereiten können.

Krisenwährung Gold

Eine Möglichkeit dazu bietet eben Gold. In der Vergangenheit ist der Goldpreis stets gestiegen, wenn die Inflation zugenommen hat. Wie in den siebziger Jahren. Damals lag die Inflationsrate zeitweise dauerhaft bei über sechs Prozent pro Jahr. Der Preis für Gold, Krisenwährung und klassisches Mittel zur Wertaufbewahrung, stieg in dieser Zeit dann auch von 50 auf 600 Dollar.

Die Experten sind sich allerdings nicht einig: Während ein Teil von noch deutlich steigenden Gold-Notierungen ausgeht, sprechen viele andere bereits von einer „Goldblase“.

Wer, trotz des bereits hohen Preisniveaus, investieren will, kann sich entweder direkt einen Goldbarren ins Schließfach legen oder über Exchange Traded Commodities, börsengehandelte Wertpapiere, auf einen steigenden Goldpreis setzen. „Anleger sollten aber darauf achten, dass diese im entsprechenden Gegenwert ihrer Einlage physisch mit Gold hinterlegt sind“, sagt Alexander Seibold, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Seibold Capital in Tegernsee.

Immobilien

Aber auch andere Sachwerte wie Immobilien sind ein gangbarer Weg. Doch wie investieren? Eine Möglichkeit bieten offene Immobilienfonds. Von diesen rät Experte Seibold derzeit allerdings ab. Da zuletzt die Rücknahme der Anteile in Folge zu hoher Mittelabflüsse immer wieder ausgesetzt wurde, plant die Bundesregierung die Einführung einer Mindesthaltedauer sowie von Kündigungsfristen. „Dadurch“, sagt Seibold, „dürften diese Fonds für viele Anleger uninteressant werden.“ Es könnte zu plötzlichen hohen Mittelabflüssen und Kursverlusten bei offenen Immobilienfonds kommen.

Wer die Möglichkeit hat, dem rät der Experte deshalb eher zum direkten Erwerb von Immobilien, „da deren Wert mit der Inflation in der Regel mit ansteigt“.

Papiere mit Substanz

Weitere Alternativen sieht Seibold in substanzstarken Aktien sowie in inflationsindexierten Staatsanleihen. Bei Letzteren wird der Zinskupon mit der Änderung des Verbraucherpreisindex multipliziert und der Nennwert der Anleihen an die Entwicklung der Inflationsrate angepasst. Somit erhalten Investoren einen Inflationsausgleich. Martin Stürner, Vorstandsvorsitzender der PEH Wertpapier AG hält den aktuellen Zeitpunkt für einen Einstieg in diese Anlageklasse für geeignet. „Die Kurse sind noch niedrig, eine anziehende Inflation spiegelt sich in den Kursen noch nicht wider.“ Doch ist es nicht einfach, die passende Anleihe zu finden. Dies gilt umso mehr, da Anleger auch auf die Kreditwürdigkeit der Emittenten achten sollten. „Ich würde aktuell nur in Papiere von Schuldnern bester Bonität investieren“, sagt Seibold. Wer sich aber nicht selbst mit diesen Anleihen auseinandersetzen möchte, der kann in Fonds investieren, die auf inflationsindexierte Anleihen setzen.

Von Gerd Hübner

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