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Geld verschenken will wohl kein Anleger. Mit einigen einfachen Tricks kann man beim Fondskauf und -verkauf erheblich sparen – und muss der Bank nichts schenken.

Geldanlage: Sparen beim Fondskauf

München - Beim Fondskauf verschenken die meisten Anleger eine Menge Geld – indem sie bei ihrer Bank kaufen. Doch mit ein paar einfachen Tricks lässt sich erheblich sparen.

70 Prozent der Deutschen kaufen ihre Fonds bei einer Bank – und das ist teuer. Denn hier wird fast immer der volle Ausgabeaufschlag fällig, der immerhin bis zu fünf Prozent der Anlagesumme beträgt. Gleiches gilt für den Direktkauf bei den Fondsgesellschaften. „Hohe Kosten schmälern die Rendite, der Ausgabeaufschlag ist dabei ein wichtiger Faktor“, sagt Nils Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Als günstige Alternative empfiehlt sich der Erwerb bei Direktbanken, bei Vermittlern oder direkt an der Börse.

So bieten Direktbanken oft Rabatte an, außerdem ist die Depotführung meist kostenlos. Dafür müssen Kunden in der Regel auf eine Beratung verzichten, und die Depotverwaltung ist nur per Telefon oder Internet möglich. „Anleger sollten die Angebote aber unbedingt vergleichen, denn die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern sind beträchtlich“, sagt Karin Baur von „Finanztest“.

Am günstigsten sind Fonds bei freien Vermittlern und Fondsshops zu bekommen. Hier entfällt häufig der Ausgabeaufschlag komplett. „Einige Vermittler erstatten ihren Kunden sogar teilweise die jährliche Bestandsprovision, die sie von den Fondsgesellschaften erhalten“, sagt Nauhauser.

Anleger können viele Fonds ohne Ausgabeaufschlag auch direkt an der Börse kaufen. Dafür fallen andere Kosten an: Dazu zählen der Spread, also die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs, der zwischen 0,5 und 2,5 Prozent beträgt sowie Bank-Ordergebühren von etwa 1,0 Prozent. „Wenn die Bank sich weigert, die Fondsorder an der Börse zu platzieren, sollte man über einen Anbieterwechsel nachdenken“, rät Baur. Beim Verkauf ließen sich Gebühren sparen, wenn man die Anteile direkt an die Fondsgesellschaft zurückgibt.

Bei der Fondsauswahl sollten Anleger die Verkaufsprospekte genau studieren. Die Verbraucherzentrale NRW hat bei der Untersuchung der 50 größten Fonds in Deutschland kürzlich rund 60 verschiedene Gebühren entdeckt.

Ein wichtiger Posten ist die Erfolgsgebühr. Sie wird meist fällig, wenn der Fonds sich besser schlägt als ein Index. Diese Gebühr wird mittlerweile von fast allen großen Fondsgesellschaften für bis zu 50 Prozent ihrer Fonds erhoben. Häufig werden 20 bis 25 Prozent der gegenüber dem Vergleichsindex erzielten Performance als Prämie einbehalten. Das heißt: Bis zu einem Viertel des Erfolgs kommt nie beim Kunden an. Besonders bitter: Solche Erfolgsgebühren werden selbst dann genommen, wenn ein Fonds tief im Minus steht – nämlich dann, wenn sich der Vergleichsindex noch schlechter geschlagen hat. So werden die Verluste sogar noch ausgeweitet. Wer solche Kostenrisiken umgehen will, der kann auf börsengehandelte Indexfonds (ETF) ausweichen. Sie werden nicht aktiv gemanagt, sondern bilden einen Index wie den Dax ab. Indexfonds kosten keinen Ausgabeaufschlag, und die laufenden Gebühren betragen nur rund 0,5 Prozent jährlich.

Diese Rendite brachten Fonds im vergangenen Jahr

Anleger haben mit Aktienfonds in den vergangenen zwölf Monaten gute Renditen erzielt. An der Spitze standen dabei Fonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland, die im Schnitt um 22,6 Prozent zulegten, wie der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) ermittelt hat. Es folgen Aktienfonds Europa (12,6 Prozent), Aktienfonds Osteuropa (11,6 Prozent) und Aktienfonds International (6,5 Prozent). Aktienbetonte Mischfonds in Euro erzielten ein Plus von 5,8 Prozent. Euro-Rentenfonds mit mittellanger Laufzeit brachten hingegen nur 0,2 Prozent, lang laufende internationale Rentenfonds erzielten gar ein Minus von 4,3 Prozent. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben Anleger zehn Milliarden Euro in Fonds investiert, gleichzeitig wurden Fondsanteile im Wert von 3,5 Milliarden Euro zurückgegeben. Aktuell werden in Deutschland etwa 6600 Fonds angeboten, die Zahl der Fondssparer beträgt weiterhin 15 Millionen.

Von Manfred Rolfsmeier /dapd

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