Geldanlage: Die Tipps der Experten

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Wenn man in Österreich Geld anlegt, muss man das versteuern?

Ja, selbstverständlich. Kapitalerträge sind grundsätzlich steuerpflichtig, wenn der Sparer-Freibetrag überschritten wird.

Wie kann ich monatlich 50 Euro für meine Enkelkinder sparen?

Eine gute Möglichkeit sind Fondssparpläne. Dabei müssen Sie sich nicht auf eine Laufzeit festlegen, sondern der Sparplan kann so lange fortgeführt werden, wie Sie es möchten. Die monatliche Sparrate kann zudem jederzeit geändert werden.

Zu welchen Investmentfonds raten Sie mir bei einem Fonds-Sparplan?

Auf lange Sicht bieten breit streuende Aktienfonds gute Ertragschancen, allerdings muss man mit Kursschwankungen rechnen. Weniger kursanfällig sind Rentenfonds, sie bieten aber erfahrungsgemäß im Schnitt auch weniger Rendite als Aktienfonds.

Was ist eine fondsgebundene Lebensversicherung?

Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung werden die Sparbeiträge in Investmentfonds angelegt. Das bietet die Chance auf überdurchschnittliche Renditen, ist aber nicht risikolos, weil der Wert von den Investmentfonds schwanken kann. Bei einer herkömmlichen Lebensversicherung dagegen werden die Sparbeiträge festverzinslich angelegt.

Ich habe 43 000 Euro je zur Hälfte in Aktien und auf einem Tagesgeldkonto. Soll ich etwas daran ändern, wenn ich das Geld für den Kauf einer Eigentumswohnung benötige?

Das hängt davon ab, welches Risiko Sie mit den Aktien eingehen wollen. Die Aktienkurse sind in den letzten zwei Jahren kräftig gestiegen, sodass mit Kursrückschlägen gerechnet werden muss. Sie könnten aber Ihrer Bank eine so genannte Stop-Loss-Order geben. Das wäre dann ein Kurslimit, zu dem die Bank Ihre Aktien bei einem Kursrückgang automatisch verkauft. Auf diese Weise können Sie Ihre bisherigen Gewinne bei den Aktien absichern.

Ich habe einen größeren Geldbetrag bei einer privaten Direktbank. Ist mein Geld dort sicher aufgehoben? Was passiert, wenn die Bank in Konkurs geht?

Bankenkonkurse sind in Deutschland selten. Wenn es dennoch geschieht und die Bank dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angehört, sind Kundenguthaben auch in Millionenhöhe umfassend gesichert. Ist das nicht der Fall, gehört das Institut der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH an, dann sind Kundenguthaben nur zu 90 Prozent, maximal 20 000 Euro pro Kunde, geschützt.

Ich habe meine gesamten Ersparnisse, insgesamt 250 000 Euro, in einzelnen Aktien angelegt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt, soll ich an meiner Anlage etwas ändern?

Ja, Ersparnisse sollte man grundsätzlich auf verschiedene Anlagearten verteilen und nicht alles auf eine Karte setzen. Mein Vorschlag ist, verkaufen Sie einen Teil der Aktien und legen Sie den Erlös festverzinslich an. Zumal die Aktienkurse in jüngster Zeit gut gelaufen sind und mit Kurskorrekturen an den Börsen gerechnet werden muss. Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Aktiendepot breit gestreut ist.

Muss ich Kursgewinne versteuern, wenn ich Aktien mit Gewinn verkaufe?

Veräußerungsgewinne bei Aktien sind nach geltendem Recht grundsätzlich steuerfrei, wenn Sie die Aktien länger als ein Jahr halten. Verkaufen Sie dagegen innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist, sind Kursgewinne voll steuerpflichtig, sobald die gesamten Veräußerungsgewinne im Jahr die steuerliche Freigrenze von 512 Euro erreichen oder überschreiten. Dabei gilt für Aktien das so genannte Halbeinkünfteverfahren. Das heißt: Auf die steuerliche Freigrenze wird nur die Hälfte der Kursgewinne angerechnet, während die andere Hälfte steuerfrei bleibt.

Wie funktioniert das Halbeinkünfteverfahren bei Dividenden?

Wenn Sie beispielsweise aus Aktien 200 Euro Dividenden erhalten, dann sind 100 Euro steuerfrei. Die übrigen 100 Euro sind zu versteuern, wenn der Sparerfreibetrag ausgeschöpft ist.

Welche Quote sollte man zwischen Aktien und Anleihen im Depot haben?

Das hängt ab von der Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont des Anlegers. Bei Aktien ist das Verlustrisiko grundsätzlich größer, andererseits sind aber auch die Renditechancen besser. Nach einer groben Faustformel lässt sich der Aktienanteil berechnen, indem man von 100 das Alter des Anlegers abzieht. Mit zunehmendem Alter sollte tendenziell der Aktienanteil abnehmen.

Soll man offene Immobilienfonds besser verkaufen?

Man sollte nicht von der vorübergehenden Schließung einzelner Fonds auf die Qualität schließen. Grundsätzlich ist Geld in soliden offenen Immobilienfonds gut aufgehoben. Die Perspektiven für den deutschen Immobilienmarkt sind positiv. Als ein Baustein für eine breit gestreute Geldanlage sind offene Immobilienfonds für langfristig orientierte Anleger nach wie vor geeignet.

Sind Aktienfonds nach einem Jahr noch steuerfrei?

Ja, bei einer Haltedauer von mindestens einem Jahr sind derzeit Kursgewinne steuerfrei. Die Bundesregierung diskutiert allerdings über eine Änderung dieser Regelung und überlegt eine grundsätzliche Steuerpflicht von Veräußerungsgewinnen.

Was ist eine Bundesanleihe?

Das ist ein vom Bund ausgegebenes Wertpapier mit einem festen Zins und einer festen Laufzeit. Am Ende der Laufzeit wird das Wertpapier zu 100 Prozent zurückgezahlt. Bundesanleihen werden an der Börse gehandelt und können deshalb von den Anlegern vorzeitig zum jeweiligen Börsenkurs verkauft werden.

Zu welcher Laufzeit raten Sie bei dem Kauf einer Anleihe?

Bei den niedrigen Zinsen sollte man lange Laufzeiten meiden. Empfehlenswert sind in der Regel etwa zwei bis drei Jahre.

Ich möchte acht bis neun Prozent Rendite, ist das möglich?

Mit sicheren Anlagen ist das nicht möglich. Diese bieten aktuell etwa drei Prozent Zinsen. Wer so hohe Renditen wie Sie erzielen möchte, muss bereit sein, dafür Risiken einzugehen. Aber eine Garantie gibt es dafür nicht.

Aus einer Lebensversicherung erhalte ich 50 000 Euro. Ich möchte gerne eine monatliche Auszahlung, will aber das Geld gleichzeitig verfügbar halten. Geht das?

Ja, möglich ist das mit einem Fonds-Auszahlplan. Die Auszahlung können Sie flexibel gestalten. Das Kapital bleibt jederzeit für Sie verfügbar.

Ich habe Aktien im Wert von 80 000 Euro geerbt, alles bekannte deutsche Unternehmen. Soll ich die Aktien behalten?

Das hängt von Ihren Vorstellungen und Anlagezielen ab. Mit einem gut gemischten Aktiendepot sollten auf Dauer weiterhin gute Renditen zu erzielen sein. Allerdings sollten Sie das geerbte Geld dann auch liegen lassen können. Denn für eine Aktienanlage braucht man langen Atem. Wenn Sie allerdings nicht ruhig schlafen können, dann verkaufen Sie die Aktien besser.

Ich möchte 50 000 Euro auf zehn Jahre spekulativ am Aktienmarkt anlegen. Ich brauche das Geld zwischendurch nicht. Was raten Sie mir?

Mein Vorschlag wäre: 50 Prozent in Aktienfonds "EuroStoxx50", 50 Prozent in Aktienfonds, die in Zukunftsunternehmen und -technologien investieren, wie zum Beispiel alternative Energien oder Biotechnologien.

Soll ich Zertifikate kaufen?

Zertifikate gibt es in sehr großer Zahl und in äußerst unterschiedlichen Formen. Je nach Anlegermentalität können Zertifikate eine sinnvolle Ergänzung sein. Informieren Sie sich aber vor einem Kauf genau über die Chancen und Risiken der Ihnen angebotenen Zertifikate. Manche sind sehr riskant, andere weniger.

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