Geldanlage: Zinssparen lohnt sich wieder

München - Zinssparen macht wieder Spaß. Wer sein Geld über mehrere Jahre fest anlegt, der kann fast fünf Prozent Rendite erzielen - so viel wie seit Jahren nicht mehr. Welche Anlagen sich rechnen:

Tagesgeldkonten und ihre Tücken

Tagesgeldkonten sind eine Mischung aus Girokonto und Geldanlage. Das Geld ist ähnlich flexibel verwahrt wie beim Girokonto, denn man kann jederzeit Einzahlungen und Abhebungen vornehmen. Zugleich versüßen Banken und Sparkassen die Anlage mit hohen Gutschriften. Tagesgeldkonten lassen sich per Telefon oder Internet eröffnen. Möglich sind auch Überweisungen in monatlichen Raten. Aber: Tagesgeldkonten sind reine Sparkonten, Daueraufträge oder Lastschriften werden nicht ausgeführt.

Sinnvoll sind Tagesgeldkonten ohne Mindestanlage. Hier kann man von Anfang an auch kleine Beträge anlegen oder einen Sparplan einrichten. Bei der Verzinsung des Tagesgeldkontos ist darauf zu achten, ob es den angegebenen Spitzenzins vom ersten bis zum letzten Euro gibt oder erst ab einer bestimmten Guthabenhöhe. Faustregel: Ein Staffelzins ist meistens schlechter als ein durchgängig einheitlicher Zinssatz, weil die Grundeinlage nur niedrig verzinst wird. Negativbeispiel MLP Bank: Sie verzinst Guthaben erst ab 5000 Euro Einlage mit 3,50 Prozent. Alles, was darunter ist, erhält nur 0,5 Prozent Zinsen.

Neukunden sollten sich vor Lockvogelangeboten wie das von Signal-Iduna schützen. Sie zahlte nur Neukunden üppige 4,5 Prozent Zinsen, und das auch nur für ein halbes Jahr. Jetzt hat sie dieses Angebot kurzfristig vom Markt genommen.

Festgeld bietet weniger Flexibilität

Zur kurzfristigen Geldanlage eignen sich Festgelder. Bei solchen Anlagen werden Summen ab 2500 Euro aufwärts für eine bestimmte Zeit oder auf einen vereinbarten Termin hin fest angelegt und dadurch in der Regel höher verzinst als auf Tagesgeldkonten.

Im Gegensatz zu flexiblen Konten ist der Zinssatz bei Termingeldern für die vereinbarte Laufzeit garantiert. Gebräuchlich sind Anlagehorizonte von einem, drei, sechs oder zwölf Monaten. Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit, desto mehr Zinsen gibt es. Sparer sollten sich allerdings nur dann für eine Festgeldanlage entscheiden, wenn sie ganz sicher sind, dass sie das Geld nicht vorzeitig brauchen. Wer seine Einlage vor dem Termin wiederhaben möchte, muss auf die Großzügigkeit der Bank hoffen, die Summe vorzeitig kündigen zu dürfen. In diesem Fall muss man entweder eine rückwirkende Senkung des vereinbarten Zinssatzes in Kauf nehmen, oder es werden Vorschusszinsen berechnet.

Ein Vergleich der Festgeldzinsen zeigt erhebliche Renditeunterschiede. Während einige Banken über vier Prozent bieten, liegen andere noch unterhalb der Zwei-Prozent-Marke.

Wer Festgeld anlegt, sollte von vornherein vereinbaren, was nach Ablauf der Anlagedauer mit dem Geld geschieht. Was viele nicht wissen: Die Banken verlängern oft einfach die Anlage um den gleichen Zeitraum zu den dann gültigen Termingeldkonditionen. Die Konditionen können sich in der Zwischenzeit aber verschlechtert haben. Manchmal lassen die Geldhäuser die Einlage nach Ablauf der Frist auch zu sehr geringen oder gar keinen Zinsen stehen. Denn nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelten fällige Termingelder als Sichteinlagen und dürfen wie Guthaben auf Girokonten geführt werden.

Bundesschatzbriefe rentieren sich

Hohe Ertragsgutschriften bieten auch Bundesschatzbriefe. Aktuell rentieren Schatzbriefe schon im ersten Jahr mit 3,75 Prozent, der Zins steigt schrittweise bis auf 4,5 Prozent im sechsten und siebten Jahr. Die Papiere können kostenlos bei der Deutschen Finanzagentur (Tel.: 0800/222 55 10) verwahrt werden. Im Gegensatz zu Banksparbriefen kann man Bundesschätze nach einem Jahr zurückgeben oder gegen besser verzinste Papiere tauschen. "Auf diese Weise lässt sich die Rendite stetig optimieren", erklärt Kerstin Altendorf vom Bundesverband Deutscher Banken. So könnten Anleger ihre mäßig verzinsten Schatzbriefe aus dem Jahr 2004 gegen die heute attraktivere Serie eintauschen und so die Rendite auf 4,11 Prozent (Typ A) bzw. 4,18 Prozent (Typ B) steigern.

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