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Gleich ob Münze oder Barren – seit Beginn der Finanzkrise ist der Goldpreis kräftig gestiegen.

Geldlanlagen: Gold und Silber als Inflationsschutz

München - Der Schlüssel zur optimalen Geldanlage liegt in der Vermögensaufteilung. Dazu stehen dem Anleger je nach Risikobereitschaft und Anlagebetrag mehrere verschiedene Anlageklassen zur Auswahl. Heute stellen wir die Anlageform „Edelmetalle“ vor.

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„Zum Golde drängt, am Golde hängt doch alles“, stellte Goethe schon vor vielen Jahren in der „Faust“-Dichtung fest. Auch heute scheint sich diese Devise wieder zu bewahrheiten, denn durch den starken Anstieg des Goldpreises ist das Edelmetall wieder in aller Munde. Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 ist der Preis um mehr als 50 Prozent gestiegen. Eine Unze (31,5 Gramm) kostet derzeit 1327 US-Dollar. Doch nicht nur Gold, auch andere Edelmetalle erfreuen sich großer Beliebtheit. Besonders deutlich war das Plus seit Anfang 2009 bei Palladium (+200 %), aber auch Silber (+120 %) oder Platin (+104 %) legten deutlich zu. Wer in Edelmetalle investieren möchte, dem stehen mehrere Anlageformen zur Verfügung.

Barren oder Münzen

Wer Edelmetalle physisch kaufen will, kann entweder auf Barren oder Münzen zurückgreifen. Bei Barren sind verschiedene Größen erhältlich, beispielsweise 5 Gramm, 10 Gramm, 20 Gramm, 31,1 Gramm (Unze), 50 Gramm, 100 Gramm und größer. Wer Münzen kauft, sollte ausschließlich gängige Exemplare wie Krügerrand oder Maple Leaf kaufen, bei denen die Preise täglich festgelegt werden und die bei Banken problemlos zurückgegeben werden können. Goldbarren bzw. Goldmünzen, die als gesetzliches Zahlungsmittel gelten, unterliegen nicht der Mehrwertsteuer. Bei allen anderen Edelmetallen fallen beim Kauf 19 Prozent Steuer an, welche die Rendite deutlich schmälern.

Einen großen Vorteil hat die Anlage in physischen Edelmetallen. Da Barren oder Münzen keine Wertpapiere, sondern Sachwerte sind, fällt beim Verkauf auf mögliche Gewinne keine 25-prozentige Abgeltungsteuer an. Nach einem Jahr Spekulationsfrist sind Kursgewinne also steuerfrei. Edelmetalle sollten aus Sicherheitsgründen grundsätzlich nicht zu Hause, sondern im Schließfach einer Bank aufbewahrt werden.

Edelmetall-Zertifikate

Zertifikate bieten einerseits die Möglichkeit, direkt an einzelnen oder an mehreren Edelmetallen gleichzeitig zu partizipieren. Die Entwicklung dieser Wertpapiere spiegelt den Gold-, Silber-, Platin- oder Palladiumpreis. Da Edelmetalle in US-Dollar gehandelt werden, besteht zusätzlich ein Währungsrisiko. Dieses lässt sich mit dem Kauf sogenannter Quanto-Zertifikate ausschließen. Steuerlich sind Zertifikate Wertpapiere. Ein möglicher Verkaufserlös unterliegt der 25-prozentigen Abgeltungsteuer. Zertifikate werden von Banken herausgegeben und sind rechtlich den Anleihen gleichzusetzen. Wer solche Papiere kauft, sollte nur auf sehr gute Emittenten setzen. Da die Auswahl an Zertifikaten sehr groß ist, sollte man vor dem Kauf auch die Ausstattungsmerkmale genau prüfen.

Investmentfonds

Wer Edelmetallfonds kauft, setzt nicht direkt auf den Goldpreis, sondern auf Firmen, die an der Gewinnung oder Weiterentwicklung der einzelnen Metalle partizipieren. Ein Goldfonds kauft beispielsweise aussichtsreiche, börsennotierte Aktien mehrerer Goldminen. Sollte eine Mine wirtschaftliche Probleme haben, so wird dies durch eine breite Streuung gut abgefangen. Da bei Investmentfonds grundsätzlich ein Sondervermögen gebildet wird, besteht kein Risiko, wenn die Fondsgesellschaft in Schieflage gerät.

Preisentwicklung

Gerade während der Finanzkrise haben sich viele Anleger den Edelmetallen und insbesondere dem Gold zugewendet. Im Mai dieses Jahres kostete eine Unze erstmals mehr als 1000 US-Dollar. Die Preise der Edelmetalle sind aber mittlerweile sehr hoch und vorübergehende Gewinnmitnahmen könnten die Notierungen unter Druck bringen.

Eine zuverlässige Preisprognose ist schwer, weil der Goldpreis von Marktteilnehmern mit großen Goldreserven, wie Zentralbanken oder Goldminen-Gesellschaften oder der Schmuckindustrie erheblich beeinflusst wird. Schwer ist die Prognose auch bei Platin, Palladium und Silber. Inflationäre Tendenzen sowie neue Nachrichten instabiler Staaten könnten aber die Kurse weiter beflügeln.

Fazit

Edelmetalle gelten als krisensichere Anlage und sind ein guter Schutz bei einer möglichen Inflation. Aufgrund der starken Preisschwankungen und der Abhängigkeit vom US-Dollar ist eine entsprechende Risikobereitschaft erforderlich. Als Depotbeimischung gehören Edelmetalle und insbesondere Gold mittlerweile zu wichtigen Bausteinen. Berücksichtigen sollte man aber, dass es keinen regelmäßigen Ertrag wie etwa bei Anleihen oder Aktien gibt.

Als Basisinvestment drängen sich Edelmetalle nicht auf. Die schwer einzuschätzende Preisentwicklung, der fehlende laufende Ertrag und das Währungsrisiko sind Risikofaktoren. Spekulativen Anlegern, die ihre Depotrendite mit Edelmetallen erhöhen wollen, stehen aussichtsreiche Zertifikate zur Verfügung.

Florian Öhnbeck

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