Geldmarktfonds, Tages- und Festgeld: Die besten kurzfristigen Anlagen

- Gute Nachrichten für Zinsjäger: Nachdem die Europäische Zentralbank seit Dezember drei Mal die Leitzinsen erhöht hat, wird angelegtes Geld immer attraktiver vergütet. Doch weil weitere Zinsschritte anstehen, raten Experten momentan davon ab, langfristige Sparverträge abzuschließen. Unsere Zeitung zeigt passende Angebote für kurze Zeit - mit guter Rendite.

Bei 2,75 Prozent steht der Leitzins im Euroraum aktuell. Doch die Mehrheit der Marktbeobachter geht davon aus, dass der Zentralbank-Rat die Zinstreppe schon bald um einige Stufen nach oben ausbaut. "Mit ein, zwei Schritten ist in diesem Jahr noch zu rechnen", sagt beispielsweise Christopher Manolagas von der FMH Finanzberatung in Frankfurt. Als Gründe dafür gelten unter anderem die Inflationsgefahr wegen des hohen Ölpreises und die wachsende Geldmenge.

Anlageexperten wie Manolagas oder auch die unabhängige Stiftung Warentest in Berlin empfehlen Zinssparern deswegen, sich derzeit nicht länger als ein Jahr zu binden. Der Grund: So bleiben sie flexibel und können auf höher verzinste Angebote umsteigen - und die wird es demnächst ziemlich sicher geben. Denn wenn die Leitzinsen nach oben gehen, bessern in der Regel auch die Banken ihre Konditionen nach.

Als die beste Möglichkeit Geld kurzfristig und flexibel zu parken, gilt das täglich verfügbare Tagesgeld. Im Unterschied zum Giro-Konto können auf einem Tagesgeldkonto schlummernde Summen nur auf ein Referenzkonto - meist das Gehaltskonto des Anlegers - überwiesen werden. Dafür wird das Guthaben aber auch wesentlich besser verzinst: Laut Stiftung Warentest zahlen derzeit immerhin vier Banken drei Prozent Zinsen an Alt- und Neukunden. Das sind die Ziraat Bank (www.ziraatbank.de), die Akbank (01802 / 25 22 65), die Denizbank (069 42 72 60 30) und die DHB Bank (www.dhbbank.de). Eine Übersicht über die Konditionen anderer Anbieter finden sich unter dem Menüpunkt Wirtschaft / Geld & Markt.

Bei der Auswahl eines Tagesgeldkontos gibt es allerdings Einiges zu beachten: Zum einen dürfen die Banken die Zinsen täglich ändern; oft locken Institute deswegen Kunden mit einem hohen Satz, der aber nur befristet gilt. Zum anderen sind bei ausländischen Instituten mitunter nur Einlagen von bis zu 20 000 Euro gesichert. Das bedeutet, dass im Konkursfall alles über dieser Schallmauer verloren geht.

Als Alternative zum Tagesgeld gelten Euro-Geldmarktfonds, die in Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten oder variabler Verzinsung investieren (siehe Tabelle). Ebenso wie beim Tagesgeld können die Sparer jederzeit über ihr Guthaben verfügen. Allerdings hinken die Fonds im Renditevergleich oft hinterher, zumal Depot-, Ausgabe- und Managementgebühren anfallen. Euro-Geldmarktfonds rechnen sich deshalb vor allem für Verbraucher, die bereits ein Wertpapierdepot besitzen. "Ich persönlich würde Tagesgeld bevorzugen", sagt Peter Lischke, Geldexperte der Verbraucherzentrale Berlin.

Die dritte Möglichkeit, Erspartes für kurze Zeit mit gutem Ertrag anzulegen, ist Festgeld. Die Sparer binden sich bei diesen Angeboten für drei, sechs oder mehr Monate. Grob gesagt sind die Zinsen aber erst ab einem Zeitraum von einem Jahr höher als beim Tagesgeld. So bietet etwa die Finansbank für zwölf Monate stolze 3,8 Prozent. "Länger sollten Anleger ihr Geld derzeit aber nicht anlegen", heißt es bei der Stiftung Warentest. Auch für Festgeldkonten findet sich auf der Internetseite unserer Zeitung eine Angebotsübersicht.

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