Geldsegen: Stadtsparkasse schüttet Millionen für München aus

- München - Die Landeshauptstadt München kann sich über eine kräftige Finanzspritze von ihrer Stadtsparkasse freuen: 2,2 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke schütten die erfolgreichen Banker um Vorstandschef Harald Strötgen heuer erstmals als Dividende an ihre Eigentümerin aus. Laut Sparkassengesetz muss das Geld für soziale, kulturelle oder schulische Belange verwendet werden.

Welche Projekte konkret damit unterstützt werden, steht noch nicht fest, sagte der Sprecher der Stadtkämmerei, Felix Gert-Kemper, auf Anfrage.

Strötgen geht davon aus, dass die Ausschüttung kein Einzelfall bleiben wird. Über die Verwendung des Gewinns entscheidet alljährlich aufs Neue der Verwaltungsrat der Stadtsparkasse. Um die Kapitalausstattung ist dem Sparkassenchef trotz Dividende nicht bange: Nach Steuern hatte das kommunale Geldhaus wie im Vorjahr 43 Millionen Euro verdient. Zudem verfüge man über vier Milliarden Euro Spielraum im Kreditgeschäft, damit könne er bequem leben, meinte Strötgen.

Die Stadtsparkasse, die rund 830 000 Kunden zählt, unterhält mittlerweile fünf wohltätige Stiftungen. Zuletzt gab es zum 850. Geburtstag die "Stiftung Soziales München", die jährlich 400 000 Euro ausschüttet. Anstoß dafür sei unter anderem die Erkenntnis gewesen, "dass auch in München die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft". Mit den Stiftungen habe die Stadtsparkasse vergangenes Jahr 200 Projekte in der Stadt mit gut 3,2 Millionen Euro unterstützt.

Dass sein Haus auch bei den 2500 Mitarbeitern eine soziale Verpflichtung empfinde, zeige sich daran, dass man bei allen Umstrukturierungen auf betriebsbedingte Kündigungen verzichte. Das habe allein im vergangenen Jahr Mehrkosten von 3,7 Millionen Euro verursacht, erklärte Strötgen. An der Kostenschraube dreht die Stadtsparkasse aber trotzdem, schließlich verschärft sich der Wettbewerb, insbesondere durch die Direktbanken, wie Strötgen sagte. Gespart wird aber eher durch Umstrukturierungen. So wurde die Datenverarbeitung an das Rechenzentrum Sparkassen Informatik ausgelagert, was künftig jährlich einen einstelligen Millionenbetrag einsparen soll.

Weil die Sparkassen anders als die Geschäftsbanken nicht nur den maximalen Gewinn für ihre Anteilseigner im Auge hätten, liegt Strötgen viel daran, dass der Name "Sparkasse" nicht zur leeren Hülle wird, was dann der Fall wäre, wenn Privatbanken Sparkassen aufkaufen und den Namen beibehalten dürften. Deshalb bieten die Sparkassen - organisiert im Deutschen Sparkassen- und Giroverband - zusammen für die öffentlich-rechtliche Landesbank Berlin, für die sich auch zahlreiche private Konkurrenten interessieren. Die Stadtsparkasse München stelle für das Kaufangebot sogar überproportional viel Geld zur Verfügung, wie Strötgen erklärte, der sich im Übrigen guten Mutes zeigte, in Berlin zum Zuge zu kommen.

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