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Ziel der großangelegten Aktion waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft sechs Gebäude in Frankfurt, Eschborn und Groß-Umstadt. Foto: Boris Roessler

Hinweise auf Panama Papers

Geldwäsche-Razzia bei der Deutschen Bank fortgesetzt

Die Durchsuchungen bei dem Geldhaus wegen des Vorwurfs der Geldwäsche sind noch nicht zu Ende. Am Freitag sichteten Beamte weiteres Material. Viele Fragen sind noch offen.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Durchsuchungen bei der Deutschen Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche dauern an. Die Razzia sei am Freitag fortgesetzt worden, um weiteres Material zu sichten, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Es geht um umfangreiche Unterlagen auch zu bislang unbekannten Verdächtigen.

Bereits am Donnerstag hatten rund 170 Beamte der Staatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamts, der Steuerfahndung und der Bundespolizei unter anderem die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchleuchtet und dabei auch Vorstandsbüros ins Visier genommen. Es besteht der Verdacht, dass Mitarbeiter des Geldhauses halfen, sogenannte Off-Shore-Gesellschaften in Steuerparadiesen zu gründen und Gelder aus Straftaten zu waschen. Insgesamt durchsuchten die Ermittler sechs Objekte: Geschäftsräume der Bank in Frankfurt und Eschborn sowie eine Privatwohnung im südhessischen Groß-Umstadt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen gegen zwei 50 bzw. 46 Jahre alte Mitarbeiter sowie "andere bislang nicht identifizierte Verantwortliche" des Instituts. Ihnen werde vorgeworfen, pflichtwidrig keine Geldwäscheverdachtsanzeige erstattet zu haben, obwohl seit Beginn der jeweiligen Geschäftsbeziehungen ausreichende Anhaltspunkte dafür vorgelegen hätten.

Wer neben den beiden genannten Mitarbeitern im Fokus steht, konnte die Staatsanwaltschaft am Freitag nicht sagen. Die Ermittlungen stünden erst am Anfang. "Aktuelle und frühere Vorstände der Deutschen Bank AG zählen nicht zu den Beschuldigten", heißt es in einem Faktenblatt zu den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, das die Deutsche Bank am Freitagabend verbreitete. "Es gab keine formellen Befragungen von Vorständen."

"Die Ermittlungsbehörden haben seit Beginn der Durchsuchung bei der Deutschen Bank im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des zugrundeliegenden Sachverhalts sehr rasche und sehr gute Fortschritte erzielt", wird der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Albrecht Schreiber, in einer gemeinsamen Mitteilung der Bank und der Staatsanwaltschaft vom Freitag zitiert. "Die Deutsche Bank kooperiert umfassend. An die Deutsche Bank gestellte Anfragen der Ermittlungsbehörden werden vorbehaltlos beantwortet."

Der Rechtsvorstand der Deutschen Bank, Karl von Rohr, teilte mit: "Wir werden die Ermittlungen selbstverständlich weiter aktiv unterstützen und mit den Behörden konstruktiv zusammenarbeiten."

Die Ermittlungen laufen nach Angaben von Oberstaatsanwältin Nadja Niesen seit August 2018 und erstrecken sich auf einen Zeitraum der Vorgänge von 2013 bis 2018. Im vorliegenden Fall sollen über eine zum Konzern gehörende Gesellschaft mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln allein im Jahr 2016 über 900 Kunden mit einem Geschäftsvolumen von 311 Millionen Euro betreut worden sein.

Dabei handelt es sich laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" um die Gesellschaft "Regula Limited", die im Zuge der "Panama Papers"-Affäre um Steuerschlupflöcher und Geldwäsche weltweit schon länger im Verdacht stand.

Die Deutsche Bank teilte am Freitag mit, die Auswertung der Papiere durch das Bundeskriminalamt solle laut Staatsanwalt ergeben haben, dass eine Gesellschaft im Konzern mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln Kunden eine Struktur bereitgestellt haben soll, die Geldwäsche ermöglicht habe. Diese sei Ende März 2018 verkauft worden.

Der Verdacht gegen die Mitarbeiter der Deutschen Bank ergab sich laut der Ermittler nach einer Auswertung der Daten der sogenannten Offshore-Leaks und Panama Papers durch das Bundeskriminalamt (BKA). Die "Panama Papers" waren Journalisten zugespielt und im Frühjahr 2016 veröffentlicht worden. Die Unterlagen der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca enthalten Informationen über Geschäfte mit Briefkastenfirmen.

Die Aktien des Finanzhauses gingen am Freitag erneut auf Talfahrt. Die Anteilsscheine kosteten am Freitag mit 7,99 Euro zwischenzeitlich so wenig wie noch nie. Zum Handelsschluss stand noch ein Minus von knapp 3 Prozent auf 8,06 Euro zu Buche. Damit waren die Aktien der schwächste Wert im nur leicht nachgebenden Leitindex Dax. Seit Jahresbeginn gerechnet summiert sich das Minus nun auf fast 50 Prozent. Kein anderer Dax-Wert ist stärker gefallen.

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