Geldwäsche: Wie viel wussten Versicherer?

- Düsseldorf - Im Fall der Geldwäsche-Affäre bei Lebensversicherungen untersuchen Steuerfahnder nun auch die Rolle von Versicherern und Banken. Es sei aber bislang kein Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Oberfinanzdirektion. Die Fahnder überprüfen derzeit 25 000 Datensätze mit einem Gesamtvolumen von etwa einer Milliarde Euro. Es handelt sich um Geld, das aus dem Ausland in steuerbegünstigte Lebensversicherungen geflossen ist.

Dabei geht es um den Verdacht, dass in vielen Fällen auf diese Weise Schwarzgeld "gewaschen" werden sollte. Bislang richten sich die fast 2000 Ermittlungsverfahren ausschließlich gegen Versicherte. Die Steuerfahnder prüfen nun, ob die Versicherten von allein auf diese Variante der Geldwäsche gestoßen sind.<BR><BR>Allein aus der Tatsache, dass Geld aus dem Ausland in die Versicherungen geflossen sei, könne weder Banken noch Versicherungen ein strafrechtlicher Vorwurf erwachsen, hieß es. "Es ist auch nicht strafbar, Kapital in Luxemburg anzulegen, sondern nur, die Erträge nicht zu deklarieren", sagte OFD-Sprecher Martin Fliedner. Strafrechtlich relevant werde es aber, falls Versicherungsmodelle mit Hinweis auf die Verjährungsfristen für Steuerhinterziehung angepriesen worden seien. Dafür habe sich allerdings bislang kein konkreter Anfangsverdacht ergeben.<BR>

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