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Ist der Nachwuchs auf der Welt, können die Eltern viele Hilfen beanspruchen.

Was werdende Eltern wissen sollten – Teil 2

So gelingt der Start ins Leben

Wer ein Kind erwartet, macht sich vor allem Gedanken über medizinische Fragen. Doch in der Schwangerschaft und rund um die Geburt sind auch rechtliche und finanzielle Aspekte zu berücksichtigen. Wir erklären in zwei Folgen, worauf Sie dabei achten sollten – heute: rund um die Geburt.

Anmeldung des Babys

Kaum auf der Welt, ist ein Baby schon Ziel der Bürokratie. Die Geburt muss innerhalb einer Woche von dem Standesamt beurkundet werden, in dessen Zuständigkeitsbereich das Kind geboren ist. Üblicherweise leitet das Krankenhaus dies in die Wege. Die Eltern erhalten dann vom Standesamt drei Geburtsurkunden, die sie für weitere Zwecke – zum Beispiel die Beantragung eines Kinderreisepasses – verwenden können.

Abschluss der Krankenversicherung

Zeitnah nach der Geburt sollten sich die Eltern um die Krankenversicherung des Kindes kümmern. Wird es gesetzlich versichert, ist die Kasse der Eltern zu informieren. Wird es privat versichert, ist ein entsprechender Vertrag abzuschließen.

zu Teil 1: Gut versorgt schon vor der Geburt

Antrag auf Elterngeld

Mütter und/oder Väter können nach der Geburt des Kindes in der Regel Elterngeld beanspruchen. Dieses beträgt etwa zwei Drittel des vorangegangenen Nettogehalts, mindestens 300 und maximal 1800 Euro. Jeder Partner kann es für mindestens zwei und höchstens zwölf Monate beziehen, insgesamt sind maximal 14 Monate drin. Beide Elternteile können ihre Elterngeldmonate gleichzeitig oder nacheinander, am Stück oder mit Unterbrechung nehmen. Monate mit Mutterschutzzeiten gelten aber beim Elterngeld als von der Mutter beansprucht.

Der Antrag auf Elterngeld ist beim Zentrum Bayern Familie und Soziales zu stellen. Das nötige Formular händigen die Standesämter in Bayern zusammen mit der Geburtsurkunde aus. Der Antrag kann auch direkt im Internet erfolgen (www.elterngeld.bayern.de). Zudem kann man sich das Formular online herunterladen und ausdrucken (www.zbfs.bayern.de/elterngeld/download.html).

Da der Antrag ähnlich umständlich ist wie eine Steuererklärung, kann es hilfreich sein, das Formular vorher zu besorgen und weitgehend auszufüllen, um nur die fehlenden Daten anschließend nachtragen zu müssen. Eingereicht werden kann der Antrag erst nach der Geburt. Grundsätzlich hat man dafür drei Monate Zeit, weil das Elterngeld maximal so lange rückwirkend gezahlt wird. Doch ratsam ist es, dies schneller zu erledigen. Schließlich muss man ohnehin mit einer gewissen Bearbeitungszeit rechnen, ehe es zu Auszahlungen kommt. Der Arbeitgeber muss spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elterngeldmonate informiert werden.

Das Zentrum Bayern Familie und Soziales (Telefonkontakt für Oberbayern: 089 / 18 96 60) ist auch Ansprechpartner für das Landeserziehungsgeld, das Geringverdiener im Anschluss an das Elterngeld beziehen können.

Mitteilung über Elternzeit

Beabsichtigen Eltern, die bis zu drei Jahre dauernde Elternzeit zu nehmen und so lange beruflich zu pausieren, müssen sie den Arbeitgeber mindestens acht Wochen oder sechs Wochen (wenn die Elternzeit unmittelbar nach der Geburt des Kindes oder nach der Mutterschutzfrist beginnen soll) vor deren Beginn schriftlich informieren.

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Bei der Familienkasse der örtlichen Agentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de) ist der Antrag auf Kindergeld zu stellen. Dieses beträgt für erste und zweite Kinder jeweils 164 Euro monatlich.

Stattdessen kann auch ein Steuerfreibetrag für das Kind in Anspruch genommen werden. Gerade bei Gutverdienern kann dies von Vorteil sein. Im ersten Lebensjahr des Kindes wird regulär Kindergeld ausbezahlt. Danach prüft das Finanzamt, ob das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag günstiger ist. Nach der Geburt kann man auch bereits einen Kinderfreibetrag auf der Lohnsteuerklasse eintragen lassen.

Übrigens: 2009 gibt es als Teil der staatlichen Konjunkturpakete eine Einmalzahlung von 100 Euro je kindergeldberechtigtem Kind („Kinderbonus“). Der Betrag wird über die Familienkassen zusammen mit dem Kindergeld ausbezahlt. Ein zusätzlicher Antrag ist nicht erforderlich.

Lohnsteuerklasse erneut ändern

Zwar kann man nur einmal im Jahr die Lohnsteuerklasse ändern. Wer dies vor der Geburt getan hat, um sich ein höheres Elterngeld zu sichern, sollte aber nach der Geburt die nächstmögliche Gelegenheit nutzen, dies wieder rückgängig zu machen. Denn auch andere Sozialleistungen wie das Arbeitslosengeld hängen vom Nettoeinkommen ab. Dadurch kann der Partner, der in die ungünstigere Steuerklasse gerutscht ist, Nachteile erleiden.

Mitteilung an den Vermieter

Wer ein gutes Verhältnis zu seinem Vermieter hat, wird ihm schon während der Schwangerschaft vom bevorstehenden Nachwuchs berichten. Doch erforderlich ist das nicht, heißt es beim Deutschen Mieterbund. Ist das Baby auf der Welt, sei eine Mitteilung an den Vermieter allerdings Pflicht, etwa weil verbrauchsabhängige Nebenkosten (zum Beispiel für Wasser) teils nach der Größe der Mietpartei berechnet werden könnten.

von Dominik Müller

Zusätzliche Informationen

finden sich im Internet unter anderem auf diesen Seiten: www.schwanger-in-bayern.de

www.zbfs.bayern.de

www.behoerdenwegweiser.bayern.de

 

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