HVB gelobt Besserung: Aktionäre skeptisch

- München - Die HypoVereinsbank rüstet sich für eine Konsolidierung in der europäischen Bankenlandschaft. "Ich glaube an die europäische Konsolidierung, und die jüngsten Beispiele bestätigen mich darin", sagte HVB-Chef Dieter Rampl auf der Hauptversammlung in München. Was in anderen Branchen seit vielen Jahren üblich sei, werde auch im Bankensektor funktionieren. Zugleich bedauerte Rampl den neuerlichen Milliardenverlust im vergangenen Jahr und den Ausfall der Dividende. "Das sind für mich, das sind für uns ausgesprochen betrübliche Botschaften." Nach milliardenschweren Wertberichtigungen bei faulen Immobilienkrediten habe man nun einen Schlussstrich unter dieses "leidige Thema" gezogen.

<P class=MsoNormal>Erneut sandte Rampl Signale in Richtung anderer europäischer Großbanken. "So grenzüberschreitend wie der Bedarf der Kunden ist, so sinnvoll ist die Zusammenlegung von Stärken zweier Banken mit komplementären Heimatmärkten und sich ergänzenden Kompetenzprofilen zum Erschließen des europäischen Marktpotenzials." </P><P class=MsoNormal>Innerhalb Deutschlands könne es lediglich Konsolidierungschancen "über die drei künstlich voneinander abgeschotteten Banksektoren hinweg" geben, sagte Rampl. "Eine Konsolidierung der privaten Banken untereinander bringt uns in dieser Hinsicht nicht entscheidend weiter." </P><P class=MsoNormal>Vorerst aber will die HypoVereinsbank, die in den vergangenen drei Jahren rund sechs Milliarden Euro Verluste angehäuft hatte, wieder eine bessere Figur machen. "Wir konzentrieren uns zunächst auf unsere eigene wertorientierte Weiterentwicklung", sagte Rampl. Dabei bekräftigte er die Ziele der Bank für 2005. Die Eigenkapitalrentabilität nach Steuern soll sich auf acht bis neun Prozent belaufen. Dazu soll eine von 1,8 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,3 Milliarden Euro gesenkte Risikovorsorge beitragen. Unter dem Strich strebt die HVB einen Gewinn von einer Milliarde Euro an. Dann will sie auch erstmals seit dem Geschäftsjahr 2001 wieder eine Dividende ausschütten.</P><P class=MsoNormal>Bereits vor der Hauptversammlung hatten Aktionärsschützer angesichts der Milliarden-Wertberichtigungen bei Immobilienkrediten heftige Kritik am Management geübt. So rief die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz dazu auf, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern. Die Fondsgesellschaft Union Investment wollte sich bei der Frage der Entlastung des Aufsichtsrates enthalten. Dabei griff sie den Vorsitzenden des Kontrollgremiums und ehemaligen HVB-Chef Albrecht Schmidt an. Es erscheine "als kontraproduktiv, wenn ausgerechnet der für die langjährige Underperformance verantwortliche ehemalige Vorstandsvorsitzende weiterhin den Vorsitz des Aufsichtsrates einnimmt", erklärte Union Investment. (s. auch Firmenporträt)</P>

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