General Electric enttäuscht mit Gewinnrückgang

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Fairfield (dpa) - Der US-Mischkonzern General Electric (GE) spürt die Folgen der Finanzmarktkrise weit stärker als gedacht und kämpft mit sinkenden Gewinnen. Für das laufende Jahr kürzte GE die Prognose überraschend drastisch.

Das erste Quartal sei enttäuschend verlaufen, gestand Konzernchef Jeff Immelt in Fairfield (Connecticut) ein. Das unerwartet schwache Abschneiden werteten die Märkte als schlechtes Vorzeichen für die gerade angelaufene US-Bilanzsaison.

Die Aktie stürzte zum Handelsauftakt um mehr als elf Prozent auf rund 32,50 Dollar. Im ihrem Sog kamen auch die Kurse von Wettbewerbern wie des deutschen Siemens-Konzerns kräftig unter Druck. GE zählt nach Börsenwert zu den weltgrößten Unternehmen.

Unter dem Strich fiel der GE-Gewinn zum Jahresauftakt um sechs Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar (2,7 Mrd Euro). Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn werde 2008 nur noch maximal halb so stark wachsen wie bisher versprochen, warnte der Konzern. Im schlimmsten Fall sei sogar gar kein Plus möglich.

Mit den Zahlen verfehlte GE sowohl die Erwartungen der Analysten als auch die erst kürzlich bekräftigten eigenen Prognosen. Bisher konnte man sich darauf verlassen, dass der US-Riese die Vorhersagen mindestens erfüllte. Das Umfeld habe sich besonders in den letzten zwei Märzwochen nach der Fast-Pleite der Investmentbank Bear Stearns nochmals verschlechtert. "Das war eine andere Welt", sagte Immelt. "Wir hassen es, unsere Investoren zu enttäuschen. Das ist nicht Teil unserer Kultur." Dividende und Aktienrückkauf sollen wie geplant bleiben.

Bislang hatte GE der Kreditkrise weitgehend trotzen können und besonders von einem florierenden Auslandsgeschäft profitiert. Die Nachfrage im weltweiten Infrastrukturgeschäft sei nach wie vor stark, betonte Immelt. Aber die große Finanzsparte des Konzerns litt schwer und musste wegen der Kreditkrise mehr als 1,3 Milliarden Dollar abschreiben. GE fuhr zuletzt die Bank- und Finanzgeschäfte mit Verbrauchern stark zurück und baute die Firmenfinanzierung aus.

Die umfangreiche Palette des Mischkonzerns reicht von Jet- Triebwerken über Schienenfahrzeuge, Medizingeräte und Medien bis zu Finanzen. Mehr als die Hälfte der Umsätze erwirtschaftet GE im Ausland. Dort stieg der Umsatz mit einem Plus von 22 Prozent weit stärker als auf dem Heimatmarkt.

Insgesamt verringerte sich das Ergebnis in vier der sechs Bereiche. Mehr Gewinne als im Vorjahr verbuchten lediglich der Energie- und Transportbereich (Infrastruktur-Sparte) sowie die TV- und Filmgruppe NBC Universal. Den Umsatz konnten alle Bereich steigern oder knapp halten - allerdings passte GE teils die Zahlen aus dem Vorjahr nach Verkäufen oder Übernahmen an.

Im Konzern sank der Gewinn je Aktie von 0,44 auf 0,43 Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet GE nun lediglich noch mit einem Ergebnis je Aktie zwischen 2,20 und 2,30 Dollar. Dies entspricht maximal fünf Prozent Wachstum statt der bislang versprochenen zehn Prozent.

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