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Elektroauto fängt Feuer: Fahrer soll 12.000 Dollar zahlen - an Hersteller General Motors

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Von: Markus Hofstetter

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Das E-Auto „Chevrolet Bolt“ wird von Hersteller General Motors vorgestellt.
Bestimmte Baujahre des Chevrolet Bolt EV können unerwartet Feuer fangen © dpa/Uli Deck

Das Elektroauto eines Amerikaners fängt wegen eines defekten Akkus Feuer. Doch der Hersteller General Motors will für den Schaden nicht aufkommen. 

Detroit - Ein Elektroautomodell wird für General Motors zu einem immer größeren Imagedesaster. Bereits im November 2020 hat der US-Autohersteller wegen defekter Akkus einen Rückruf für seinen Chevrolet Bolt EV gestartet. Im Juli dieses Jahres erfolgte ein zweiter Rückruf. Insgesamt müssen bei rund 69.000 Fahrzeugen der Baujahre 2017 bis 2019 wegen Brandgefahr die Batterie getauscht werden.

Betroffen in Deutschland sind die bauähnlichen Opel Ampera-e. Bis das Bauteil ersetzt worden ist, sollen die Besitzer Vorsichtsmaßnahmen befolgen, zum Beispiel soll beim Parken ein Abstand von mindestens 15 Metern zu den nächsten Autos eingehalten werden.

Besitzer soll für abgebranntes Elektroauto zahlen: Feuerwehr war ungeübt

Nun wird der skurrile Fall eines Chevy Bolt EV-Besitzers namens Scott bekannt, der das Ansehen des ehemals größten Autokonzerns des Welt weiter schaden dürfte. Das Internetmagazin Electrek berichtet, dass dessen Fahrzeug am 29. Juni 2020 in Brand geraten war, also noch vor dem ersten Rückruf.

Das Unglück passierte auf dem Gelände einer Autowerkstatt, in der kleine Lackschäden ausbessert werden sollten. Die hinzu gerufene Feuerwehr war anscheinend im Umgang mit brennenden Elektroautos ungeübt. Denn erst unter Scotts telefonischer Anleitung gelang es ihr, nach einer halben Stunde den Brand zu löschen.

Besitzer soll für abgebranntes Elektroauto zahlen: Fahrzeug fing ein zweites Mal Feuer

Doch das war nicht das Ende. Denn nur kurze Zeit später kam wieder Rauch aus dem Chevy Bolt EV, der Akku hatte sich wieder entzündet. Alles, was der Werkstattbesitzer zunächst tun konnte, war mit einem Gartenschlauch drauf zu halten. Die wieder hinzugerufene Feuerwehr schleppte das Auto zu einem nahegelegenen Parkplatz und versuchte für vier Stunden, den Brand noch einmal zu löschen, vergeblich. Aus dem Akku rauchte es immer noch.

Nach dem ersten Schock freute sich Scott zunächst, dass niemand verletzt wurde. Über den Schaden machte er sich keine Sorgen, da das eineinhalb Jahre alte Elektroauto* mit 34.000 Kilometern auf dem Tacho voll versichert war. Zudem hatte die Batterie acht Jahre Garantie. Doch dann kam die böse Überraschung.

Tesla hat derweil einen neuen Energiespeicher in Aussicht, der den Druck auf Rivalen wie BMW, VW und Co. merklich erhöht.

Besitzer soll für abgebranntes Elektroauto zahlen: General Motors will nur nach Klage Fall untersuchen

Nachdem er nach einem dreiwöchigen Kampf mit General Motors alle notwendigen Unterlagen hatte, reichte er diese bei seiner Versicherung ein. Doch die überwies den Zeitwert von 21.000 Dollar, da Scott nur einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen hatte. Gekostet hat das Auto jedoch knapp 33.000 Dollar.

Da er den Neuwagenpreis noch nicht abbezahlt hatte, blieb er damit auf 12.000 Dollar Verbindlichkeiten bei General Motors sitzen. Denn das Unternehmen weigerte sich, für die Differenz aufzukommen, trotz des offensichtlichen Mangels, den der Autohersteller auch zugab. Bei Feuer erlischt die Garantie, sagte General Motors zu Scott. Um den Fall weiter zu untersuchen, müsse er schon Klage einreichen.

Damit war die Sache für Scott zu Ende. Denn einen Prozess konnte er sich aufgrund der Situation nicht leisten, ebenso wenig wie ein neues Auto. Für Scott steht nun allerdings fest, dass er nie wieder ein Auto von General Motors kaufen wird.

Derweil bahnt sich bei Volkswagen offenbar ein Novum an: Ein in China gebautes VW-SUV könnte bald auch in Europa verkauft werden. Für die VW-Standorte in Deutschland wäre das ein herber Schlag. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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