General Motors will 25 000 US-Stellen streichen

- Wilmington - Der weltgrößte Autohersteller General Motors (GM) will nach harten Sanierungsschnitten in Europa nun auch in den USA bis 2008 mindestens 25 000 Stellen streichen sowie Auto- und Komponentenwerke schließen. Die kündigte der Chef des tief in den roten Zahlen steckenden GM-Konzerns, Rick Wagoner, am Dienstag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Wilmington (Delaware) an. Die Produktionskapazität solle bis Ende dieses Jahres auf fünf Millionen Autos reduziert werden gegenüber sechs Millionen in 2002. Hierdurch sollen jährliche Kostensenkungen von 2,5 Milliarden Dollar (zwei Mrd Euro) erreicht werden.

GM hatte im ersten Quartal 2005 in Nordamerika, seinem mit Abstand größten Markt, rote Zahlen von 1,3 Milliarden Dollar verbucht. Wagoner sprach vor den Aktionären von einer "nicht annehmbaren finanziellen Leistung". Das GM-Kreditrating wurde kürzlich auf Schrottstatus heruntergestuft.<BR><BR>Wagoner begründete die nordamerikanischen Milliardenverluste mit hohen Fixkosten sowie mit fallenden Umsätzen und Absatzzahlen. Erwartungen über die Entwicklung des Marktanteils seien nicht erfüllt worden. Wagoner verwies auch auf den schlechteren Verkaufsmix mit weniger hochprofitablen Geländewagen und mehr Pkw mit niedrigen Gewinnen. Er verwies auch auf gestiegene Rohstoffkosten.<BR><BR>GM könne keinen Umschwung ohne gute Autos und "Trucks" erreichen. Deshalb steigere man die Investitionen 2005 um eine Milliarde Dollar, vor allem in Nordamerika.<BR><BR>Wagoner überwacht die schwer angeschlagene nordamerikanische Autosparte seit kurzem selbst. Er will die Einführung neuer Automodelle in Nordamerika beschleunigen, so vor allem die großen neuen Pickups und Geländewagen. Mittelfristig will GM so genannte "Crossover"-Modelle betonen, eine Mischung aus Pkw, Geländewagen und Minivans. Die Hauptmarken Chevrolet und Cadillac seien in guter Verfassung. GMC, Pontiac, Buick, Saturn, Saab und Hummer sollen sich auf Marktnischen konzentrieren.<BR><BR>Der GM-Chef verwies hingegen auf Fortschritte in Europa, Asien und Lateinamerika. In Europa habe man sich mit den Gewerkschaften auf die Streichung von 12 000 Stellen über zwei Jahre geeinigt, davon 10 000 in Deutschland. In Europa gibt es nach seinen Angaben erhebliche Fortschritte beim strukturellen Kostensenkungsplan und einen positiven Verkaufstrend im relativ schwachen Markt.<BR><BR>GM steht auch in intensiven Verhandlungen zur Reduzierung ausufernder US-Krankenversicherungskosten mit der Automobilarbeitergewerkschaft UAW. Sie kosten GM laut Wagoner 1500 Dollar je Auto und brächten gegenüber ausländischen Herstellern erhebliche Wettbewerbsnachteile.<BR><BR>Wagoner verwies auf den Druck den die Herabstufung der Kreditratings auf die Finanztochter GMAC ausgeübt habe. Man habe aber eine starke Liquiditätsposition. Das GMAC-Geschäft sei mit seinen Gewinnbeiträgen und Finanzstärke sehr wichtig für GM. Man befinde sich mitten in einer detaillierten Studie über strategische Optionen.<BR>Die General-Motors-Aktien legten am Dienstag um 1,87 Prozent auf 30,99 Dollar zu. Der amerikanische Milliardär Kirk Kerkorian wollte seine GM-Beteiligung durch den Kauf von bis zu 28 Millionen GM-aktien auf 8,8 Prozent aufstocken. Das Kaufangebot sollte am Dienstag auslaufen.

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