Genossen: Bessere Ergebnisse

- München - "Die Großbanken reden über den Mittelstand, wir finanzieren ihn" - so selbstbewusst umriss Wilhelm Frankenberger, Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, die Rolle der Volks- und Raiffeisenbanken. Durch das Regionalprinzip - der Konzentration auf ein Versorgungsgebiet - und das dichte Bankstellennetz hielten die genossenschaftlich organisierten Banken die Nähe zum Kunden.

<P>Im Gegensatz zu vielen großen privaten Banken haben sich laut Frankenberger die Betriebsergebnisse der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken 2003 deutlich verbessert. Das Betriebsergebnis vor Bewertung stieg um 22,1 Prozent auf 1,013 Milliarden (Vorjahr 830 Mio.) Euro. Kundennähe sei allerdings nicht zum Nulltarif zu haben. 2003 sind die Betriebskosten vor allem wegen höherer Personalkosten von 2,37 auf 2,4 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme gestiegen. Dennoch habe sich die Cost-Income-Ratio, sprich die Aufwand-Ertrags-Relation, von 74,1 auf 72,1 Prozent verbessert. Ziel bleibe aber, den Aufwand auf 65 Prozent zu senken. "Wir haben hier noch einiges zu bewältigen", sagte Frankenberger. Trotz weiterer Zusammenlegungen stellen die Genossen mit 3513 (Vorjahr 3642) Bankstellen ein Drittel aller Bankfilialen in Bayern. </P><P>Die Zahl der Mitarbeiter sank um 480 auf 35 500. Mit 2582 Lehrlingen haben die Volks- und Raiffeisenbanken eine durchschnittliche Ausbildungsquote von 7,2 Prozent. Das sei sowohl innerhalb des Bankensektors als auch innerhalb der gesamten Wirtschaft weit über dem Durchschnitt. Die von der Bundesregierung geplante Ausbildungsplatzabgabe hält Frankenberger für "kontraproduktiv": "Mir hat bisher niemand sagen können, wie man mit den eingenommenen Geldern Ausbildungsplätze schaffen kann." Stattdessen drohe wegen des "Bürokratiemonsters", dass sich viele Betriebe mit Verweis auf die Abgabe aus der Ausbildung zurückziehen.</P><P>Vor allem kleinere Banken litten unter der behördlichen Regelwut. "Was Gesetzgeber und Aufsichtsbehörde den Banken an Bürokratie zumuten, ist teilweise schon strukturbeeinflussend. Manche Bank fühlt sich auf diese Weise schon zu einer Fusion genötigt", kritisierte Frankenberger. So müsse eine Bank mittlerweile 20 verschiedene Beauftragte benennen, die für unterschiedliche Vorschriften zuständig seien.</P>

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