Genossenschaften: Ein bayerisches Erfolgsrezept

- Stabwechsel im Genossenschaftsverband Bayern: Stephan Götzl löst den langjährigen Verbandspräsidenten Wilhelm Frankenberger ab. Zur Verabschiedung im Bayerischen Hof zeigte sich die Bedeutung der Genossenschaften für den Freistaat. Es kamen nahezu alle, die in Bayerns Wirtschaft und Politik Rang und Namen haben.

<P>Der Einladung zu der vom Verbandsratsvorsitzenden Jürgen Partenheimer organisierten Veranstaltung waren fast das gesamte Bayerische Kabinett sowie alle wichtigen Repräsentanten von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen gefolgt. Die Bedeutung der 133 bayerischen Genossenschaften mit 2,7 Millionen Mitgliedern und 7 Millionen Kunden würdigte Wirtschaftsminister Otto Wiesheu: Die Genossenschaftsbanken mit 70 000 Mitarbeitern seien auch einer der größten Lehrlingsausbilder.<BR><BR>Wiesheu betonte vor allem ihre Rolle bei der flächendeckenden Versorgung des Mittelstands mit Krediten und damit für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Im Jahr 2003 hätten Genossenschaftsbanken 40 Prozent der Firmenkredite vergeben. So sei es gelungen, Bayern zu dem Bundesland mit den meisten Selbstständigen zu machen.<BR><BR>Die Genossenschaftbanken ermöglichen auch ungewöhnliche Karrieren: Wilhelm Frankenberger war vor 51 Jahren als Lehrling in den 1893 gegründeten Verband eingetreten. Er habe sich, so Wiesheu, auf seinem Weg zum Verbandspräsidenten immer neuen Herausforderungen gestellt.<BR><BR>Mit Frankenberger geht auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Gerhard Bürkle, der 1984 aus Baden-Württemberg nach Bayern kam und mit Frankenberger maßgeblich daran gewirkt hat, die ursprünglich zwei genossenschaftlichen Vereinigungen in Bayern zusammenzuführen, getreu seinem schwäbischen Motto: "Nicht schwätze - schaffe." Diesem folgte Bürkle auch außerhalb des Berufes als erfolgreicher Marathonläufer - zuletzt beim Münchner Stadtmarathon. Mehrere Vertreter aus dem Verband und der Wirtschaft betonten, dass Frankenberger und Bürkle ein wohlbestelltes Feld hinterlassen, gleichwohl angesichts der ständigen Veränderungen im Bankwesen eine Baustelle, an der auch künftig gearbeitet werden muss.<BR><BR>Dies wird die Aufgabe von Stephan Götzl als neuem Chef im Verbandsgebäude an der Türkenstraße. Er betonte "das zeitlos aktuelle Gebot der Hilfe zur Selbsthilfe" als Prinzip des Verbandes. In seiner Dankesrede verwies Frankenberger darauf, dass er in den 111 Jahren der Verbandsgeschichte erst der 9. Vorstandsvorsitzende gewesen ist, was für die kontinuierliche Entwicklung der genossenschaftlichen Organisation spricht. <BR><BR>Frankenberger wie Bürkle baten anstelle von Geschenken um Spenden an den Verein "Klinik Clowns", damit kranke Kinder wieder lachen können. Alle Anwesenden ehrten die Jubilare am Tage ihrer Verabschiedung minutenlang, in dem sie sich von ihren Stühlen erhoben und Beifall klatschten, neubayrisch eine "Standing Ovation", in diesem Fall wirklich verdient. </P>

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