Genuss-Schein - Zwitter mit guter Rendite bei kalkulierbarem Risiko

- Genuss-Scheine können angesichts niedriger Zinsen eine interessante Alternative für Anleger sein. Die Papiere sind ein Zwitter aus Aktie und Anleihe, und sie bringen je nach Laufzeit und Bonität des Herausgebers immerhin bis zu sechs Prozent mehr Zinsen als Bundesanleihen.

<P>Doch auch hier gilt, je höher die Verzinsung, umso niedriger die Bonität des dahinter stehenden Unternehmens. Das Angebot ist groß: Investoren haben die Auswahl unter 500 Produkten. Über 90 Prozent der Genuss-Scheine werden von Banken herausgegeben. Der Rest verteilt sich auf Versicherungen sowie Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, und das unabgängig von der Unternehmensform. So sind auch Genussscheine von GmbHs und KGs erhältlich.</P><P>Auf ertragsstarke  Großunternehmen setzen</P><P>Die Laufzeiten betragen in der Regel zwei bis fünf Jahre, es werden aber auch länger laufende Papiere angeboten. "Bei einem Investment sollte man auf Titel von soliden und ertragsstarken Großunternehmen setzen", rät Bernd Huppertz von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Anleger bezahlen die im Vergleich zu Bundesanleihen üppigere Rendite allerdings mit einem höheren Risiko. Denn die Bedingungen für die Genuss-Scheine können sehr unterschiedlich sein, da der Gesetzgeber den Emittenten bei der Gestaltung von Haftungs- und Ausschüttungsbedingungen viele Freiheiten lässt. In der Regel wird die regelmäßige Zinszahlung bis zum Ende der Laufzeit garantiert. </P><P>Einige Herausgeber zahlen den jährlich gleich bleibenden Zins allerdings nur, wenn das Unternehmen nicht in die roten Zahlen rutscht. Andere Gesellschaften koppeln die Ausschüttung wiederum an die Dividendenzahlung für Aktionäre. "Der Vergleich von Genuss-Scheinen ist schwierig, deshalb sollte man vor dem Kauf unbedingt auf die Bedingungen für die einzelnen Produkte achten", empfiehlt Stefan Kühnlenz vom Magazin "Finanztest". Grundsätzlich eigneten sich Genuss-Scheine vor allem für langfristig orientierte Anleger, denen eine regelmäßige Rendite wichtig sei. Schlechte Karten haben Anleger bei einer Pleite des Unternehmens. Denn in der Rangliste der Gläubiger stehen sie ganz unten und gehen unter Umständen sogar ganz leer aus.</P><P><BR>Hilfreich bei der Auswahl von Genuss-Scheinen sind die Einstufungen der Unternehmen durch Ratingagenturen. Sie bewerten die Zahlungskraft der Unternehmen von "AAA" (beste Bonität) bis "C" für Pleitekandidaten. Bei Ratings ab "BBB" gelten Unternehmen als solide. "Sicherheitsorientierte Genuss-Schein-Anleger sollten Papiere im A-Bereich bevorzugen", empfiehlt Huppertz. Äußerste Vorsicht ist bei Papieren geboten, die abseits der Börse am grauen Kapitalmarkt angeboten werden.<BR><BR>Hohes Risiko am grauen Kapitalmarkt</P><P>"Hier tummeln sich Genuss-Scheine von kleinen oder mittelständischen Unternehmen, oftmals von zweifelhafter Qualität", warnt Huppertz. Laien könnten in der Regel nicht beurteilen, ob die Gesellschaft solide und die Rendite des Papiers dem Risiko angemessen sei. Die DZ Bank hat vor einem Jahr den ersten Index für Genuss-Scheine (Gesix) in Deutschland gestartet. Er umfasst derzeit 15 Papiere großer Banken, und die Durchschnittsrendite liegt aktuell bei 5,36 Prozent. Auf diesen Index gibt es auch ein Zertifikat. Der Erwerber kauft nicht einzelne Genuss-Scheine, sondern wie bei einem Investmentfonds Anteile der im Gesix enthaltenen Werte.<BR></P>

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