Georg Kofler, Investor bei der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“, steht bei einem Fototermin im Rahmen eines Interviewtags des Senders auf einem roten Teppich.
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Georg Kofler will mit seiner Großspende an die FDP eine Regierungsbeteiligung der Grünen verhindern 

„Der sozialistische Wolf im grünen Schafspelz“

Georg Kofler: DHDL-Investor spendet Riesen-Betrag an FDP - aus Angst vor den Grünen

  • Markus Hofstetter
    VonMarkus Hofstetter
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Georg Kofler spendet 750.000 Euro an die FDP. Mit der Überweisung verfolgt der Investor ein handfestes Ziel.

Berlin - Eins hätte man von Georg Kofler nicht erwartet: dass er Angst hat. Doch genau diese veranlasste den Ex-Chef der Fernsehsender Pro7 und Premiere zu einer Spende in Höhe von 750.000 Euro an die FDP. Sein Angstgegner sind die Grünen. In einem Interview mit dem Handelsblatt sagte Kofler über die Partei: „Der sozialistische Wolf kommt hier im grünen Schafspelz daher.“

Sein Geld investiert Kofler normalerweise in Start-ups. Der Manager ist vor allem bekannt durch die Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ (DHDL), in der Gründer um Wagniskapital werben. Auch die Spende an die FDP sieht er als eine Art Anlage. „Hier investiere ich in ein politisches Konzept für Freiheit, Marktwirtschaft, Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft“, sagte er dem Handelsblatt. Er denke, dass Unternehmer, Gründer und aufstiegsorientierte Menschen in Deutschland von der FDP am besten repräsentiert würden.

Kofler macht Großspende an FDP: Ziel ist die Verhinderung einer Regierungsbeteiligung der Grünen

Mit seiner Spende verfolgt Kofler bei der kommenden Bundestagswahl ein konkretes Ziel. Es geht ihm laut Interview darum, „eine Regierungsbeteiligung der Grünen zu verhindern“. In deren Wahlprogramm findet sich „ein antiquierter planwirtschaftlicher Sozialismus, der mit einer wohlklingenden Klimaschutz- und Menschlichkeitsrhetorik camoufliert wird.“

Er sieht die Grünen verfangen in „neokommunistischen Denkmodellen“, deren schlimmster Sündenfall der Berliner Mietendeckel ist, den die Partei explizit unterstützt habe. Dieser Mietendeckel sei de facto eine Teilenteignung der Vermieter und gleichzeitig das größte Investitionshemmnis für weiteren Wohnungsbau, also total kontraproduktiv. „So viel Dummheit muss erst mal akkumuliert werden“, so Kofler. 

Kofler macht Großspende an FDP: Armin Laschet ist Wunschkanzler

Kofler darf als italienischer Staatsbürger bei der Bundestagswahl nicht abstimmen. Er favorisiert aber eine schwarz-gelbe Koalition, mit Armin Laschet als Bundeskanzler und Christian Lindner als Vizekanzler. „Dort kann ich am ehesten die unternehmerische Geisteshaltung entdecken, die ich mir bei unseren Politikern wünsche“, erklärt Kofler.

Bereits in der Vergangenheit hat Kofler eigenen Angaben zufolge an die FDP, aber auch an die CDU und CSU gespendet. Zuletzt hatten jedoch die Grünen Schlagzeilen durch große Parteispenden gemacht. So spendete ein selbstständiger Software-Entwickler eine Million Euro für den Bundestagswahlkampf der Partei.

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