Geplanter Streik am Münchner Flughafen vom Tisch

- Frankfurt/Main/München - Die Fluglotsen haben ihre Streikdrohung zurückgenommen und damit den Weg für eine Schlichtung im Tarifstreit mit der Flugsicherung freigemacht. Damit ist auch ein geplanter Streik am Flughafen München an diesem Dienstag (9. Januar) erst einmal vom Tisch.

Der Arbeitgeber habe die Schlichtung formal eingeleitet und dies telefonisch mitgeteilt, gab die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) am Montag in Frankfurt bekannt. Daher werde es zunächst keine Streiks geben, sagte der Tarifexperte der Gewerkschaft, Markus Sievers. Als Schlichterin vorgesehen ist Ex-Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD). Ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) sagte, er rechne mit einer ersten Verhandlungsrunde erst in der kommenden Woche.

Streik in München war für Dienstagfrüh angedroht

Die Gewerkschaft hatte in der Nacht zum Montag erste konkrete Streiks angekündigt, wenn die Schlichtung nicht umgehend starte. Geplant war, von Dienstag 0.00 Uhr an für einen Tag den Flughafen Köln/Bonn lahm zu legen, von 6.00 Uhr an sollten zudem die Airports Frankfurt und München sowie die Kontrollzentrale in Bremen bestreikt werden. Bei einer Schlichtung gilt jedoch eine Friedenspflicht. Erst wenn die Schlichtung scheitern würde, wären Arbeitskampfmaßnahmen wieder möglich. Ein Fluglotsenstreik könnte hunderttausende Passagiere treffen.

Am Flughafen München wäre es der erste Streik der Fluglotsen seit dem Umzug von Riem in den Münchner Norden Anfang der 90er Jahre. "Wir hoffen, dass es nicht zu einem Streik kommt", sagte ein Flughafen-Sprecher am Montag.

Seit Monaten ringen beide Seiten um einen Tarifvertrag für die 5300 Mitarbeiter der Flugsicherung - davon 1800 Lotsen. Die Verhandlungen waren schon im November für gescheitert erklärt worden. Die DFS hatte angesichts der Streikdrohungen in der vergangenen Woche erstmals ein konkretes Angebot vorgelegt, das bei zwölf Monaten Laufzeit drei Prozent Gehaltsplus und eine Einmalzahlung von 1750 Euro bringen sollte.

Die Gewerkschaft hatte dies als unzureichend abgelehnt und ihre Streikvorbereitungen fortgesetzt. Die Gewerkschaft hatte zuletzt vier Prozent mehr Geld, eine Einmalzahlung sowie Umstrukturierungen in den Vergütungsgruppen gefordert.

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