Sechs Prozent

Gericht stellt klar: Steuerzinsen sind nicht zu hoch

Steuerzahler sollten besser weiterhin pünktlich überweisen: Ein Gericht hat nun eine Klage gegen zu hohe Steuerzinsen abgewiesen.

Münster - Der geltende Zinssatz von 6 Prozent für verspätete Steuerzahlungen ist auch in einer Niedrigzinsphase rechtens. Das hat das Finanzgericht Münster am Donnerstag entschieden und die Klage eines Ehepaares aus Witten abgewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Revision zum Bundesfinanzhof wurde zugelassen. (Az.: 10 K 2472/16)

Die Klage richtete sich gegen mehrere Steuerbescheide und Zinsen von mehreren Tausend Euro. Wie vorgeschrieben rechnete das Finanzamt Witten mit einem Zinssatz von 6 Prozent. Die Kläger empfinden diesen in Zeiten der Niedrigzinspolitik aber als zu hoch. Nach Berechnungen ihres Anwaltes müsste er in Anlehnung an den üblichen Marktzins bei rund 3, höchstens aber 4 Prozent liegen.

Das Gericht wies jedoch darauf hin, dass der Nachzahlungs- und Erstattungszins in Deutschland seit 1961 unverändert und bewusst bei 6 Prozent liege. „Dieser Satz ist wegen der Vereinfachung für die Steuerverwaltung auch in Hochzinsphasen nie verändert worden. Das war mal für den einen Steuerpflichtigen zum Nachteil, mal aber auch zum Vorteil“, sagten die Finanzrichter. Die Richter betonten auch, dass Nachzahlungszinsen erst nach einer Karenzzeit von 15 Monaten gezahlt werden müssten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkei verhängt Sanktionen gegen Produkte aus den USA
Wie du mir, so ich dir: Die Türkei reagiert auf weitere Sanktionen der USA mit Strafzöllen, unter anderem auf die Einfuhr von Autos und Alkohol. Der Konflikt mit …
Türkei verhängt Sanktionen gegen Produkte aus den USA
Umsatzsteuerkartell aufgeflogen - Betrug im größten Stil
Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der …
Umsatzsteuerkartell aufgeflogen - Betrug im größten Stil
Achtung, Krebsrisiko: Pharmahersteller ruft Blutdrucksenker zurück
Wegen einer Verunreinigung mit einem möglicherweise krebserregenden Stoff ruft der Münchner Pharmahersteller Aurobindo einen Blutdrucksenker zurück.
Achtung, Krebsrisiko: Pharmahersteller ruft Blutdrucksenker zurück
Schlimme Schikane-Vorwürfe gegen Aldi: Jetzt reagiert der Discounter
Das riecht nach Ärger: Mitarbeiter erheben im „Spiegel“ schwere Vorwürfe gegen Aldi. Jetzt hat der Discounter eine Stellungnahme dazu abgegeben.
Schlimme Schikane-Vorwürfe gegen Aldi: Jetzt reagiert der Discounter

Kommentare