Gericht will Zeugen zu Telekom in den USA vernehmen

Frankfurt/Main - Das Oberlandesgericht Frankfurt will im millionenschweren Anlegerprozess gegen die Deutsche Telekom vier wichtige Zeugen in den USA vernehmen.

Es sei ein förmliches Ersuchen an das US-Justizministerium gestellt worden, berichtete ein Gerichtssprecher am Montag. Nach den Plänen des Senats sollen die Zeugen im deutschen Generalkonsulat in San Francisco gehört werden.

Unter ihnen sind mit John Stanton und Bob Stapleton zwei ehemalige Manager des US-Mobilfunkanbieters Voicestream, den die Telekom wenige Wochen nach dem umstrittenen dritten Börsengang für letztlich 39 Milliarden Euro erworben hat. Die klagenden Anleger wollen nachweisen, dass dieses gewaltige und im Nachhinein verlustreiche Geschäft bereits früher verabredet war als bislang von der Telekom behauptet. Die US-Zeugen hatten zwar ihre grundsätzliche Bereitschaft zu Aussagen erklärt, sich aber geweigert, dafür nach Deutschland zu kommen.

Der Senat habe keinen Einfluss auf den Termin der Entscheidung des US-Ministeriums, erklärte der Justizsprecher vorsorglich. Auf ein förmliches Rechtshilfeersuchen, dessen Bearbeitung Jahre dauern könnte, soll nach dpa-Informationen möglichst verzichtet werden. Die Übernahme von VoiceStream ist nur eines von Dutzenden Streitthemen in dem Musterprozess, in dem rund 16 000 Kleinanleger rund 80 Millionen Euro Schadensersatz erstreiten wollen.

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