Gerichtshof prüft Strafe für die Haffas

- München/Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe wird heute die Strafurteile gegen die Brüder Thomas und Florian Haffa überprüfen. Die früheren Vorstandsmitglieder des einstigen Börsenlieblings EM.TV waren wegen fehlerhafter Ad-hoc-Meldungen zu Geldstrafen zwischen 240 000 Euro und 1,2 Millionen Euro verurteilt wurden. Das Landgericht München befand sie für schuldig, durch überhöhte Umsatzzahlen vorsätzlich gegen die Aktiengesetze verstoßen zu haben.

Die Brüder legten gegen ihre Verurteilung vom April 2003 Revision vor dem BGH in Karlsruhe ein. Sie bestreiten vor allem, mit Vorsatz gehandelt zu haben.<BR><BR>Im August 2000 hatte EM.TV in einer Ad-hoc-Meldung Halbjahreszahlen veröffentlicht. Dabei wurden Zahlen aus Anteilen an der Formel-1-Holding SLEC hinzuaddiert. Nach den Bilanzvorschriften hätten die Umsätze aber erst ab dem Zeitpunkt des Kaufs im Mai 2000 hinzugerechnet werden dürfen und nicht für das gesamte Halbjahr. Fehlerhaft waren auch Umsatzzahlen über rund 30 Millionen Euro aus einem Lizenzvertrag, die erst im zweiten Halbjahr 2000 hätten aufgenommen werden dürfen. Der entsprechende Vertrag mit einem Joint-Venture zwischen EM.TV und der Kirch Media AG war erst nach dem 30. Juni 2000 geschlossen worden.<BR><BR>Nachdem die Brüder in einer weiteren Ad-hoc-Meldung vom September 2000 die Zahlen aus dem Formel-1-Bereich korrigierten, rutschte der Kurs von 55,80 Euro auf 39,90 Euro pro Aktie ab.<BR>Nach Überzeugung des Landgerichts München wussten die Angeklagten, dass die Angaben unrichtig waren.

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