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Gebäudereinigerin Heidemarie T. von der Putzfirma Nord-Service wischt den Flur in einer Berufsschule in Schwerin.

80 Prozent haben abgeschlossene Ausbildung

Ein Viertel aller Arbeiter sind Geringverdiener

Nürnberg - Fast ein Viertel aller Beschäftigten zählte 2010 in Deutschland zu den Geringverdienern. 80 Prozent der Betroffenen haben eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Knapp ein Viertel aller Beschäftigten hat 2010 in Deutschland weniger als 9,54 Euro brutto pro Stunde verdient. Das geht aus einer am Donnerstag in Nürnberg veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Der Anteil der Geringverdiener hierzulande sei damit größer als in anderen westlichen EU-Ländern. Werde der Blick nur auf Vollzeitbeschäftigte gerichtet, falle der Anteil in Deutschland mit rund einem Fünftel etwas niedriger aus, aber im EU-Vergleich immer noch relativ hoch.

Länderübergreifend seien vor allem Frauen, Jüngere, Geringqualifizierte, Ausländer, befristet Beschäftigte und Arbeitnehmer in Kleinbetrieben unter den Geringverdienern, heißt es in der Mitteilung. Dabei treffe es in Deutschland besonders Frauen und Teilzeitbeschäftigte. Zu den Geringverdienern zählten aber nicht nur Geringqualifizierte. Mehr als 80 Prozent der Geringverdiener hätten eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Laut Mitteilung steigt die Zahl der Niedriglohnbeschäftigten in Deutschland seit den 1990er Jahren deutlich an. Die zunehmende Verbreitung von Niedriglöhnen könne die Chance für Erwerbslose vergrößern, wieder in Arbeit zu kommen, sagte Arbeitsmarktforscher Thomas Rhein. Doch er räumte zugleich ein, dass sie als „Teil eines breiteren gesellschaftlichen und sozialpolitisch problematischen Trends zur Polarisierung der Erwerbseinkommen“ gesehen werde.

KNA

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