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Gesamtmetallbranche erwartet Verluste.

Gesamtmetall erwartet Verluste

Düsseldorf/Berlin - Die Metall- und Elektroindustrie wird dem Branchenverband zufolge 2009 voraussichtlich zum ersten Mal seit dem Krieg in die Verlustzone rutschen.

Damit gerate die bisherige Jobsicherung per Kurzarbeit immer stärker in einen Konflikt mit der Finanzierung der Unternehmen, zitiert das “Handelsblatt“ (Mittwoch) aus dem Gewinnreport des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall. Angesichts einer zurückhaltenderen Kreditpolitik der Banken könne der Druck auf die Erträge speziell für Firmen ohne direkte Zugänge zum Finanzmarkt existenzielle Folgen haben, warnte Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser.

Zur Metall- und Elektroindustrie zählen die Schlüsselbranchen der Exportwirtschaft, vom Maschinenbau über die Autoindustrie bis zur Bahntechnik mit zusammen rund 3,5 Millionen Beschäftigten. Den neuen Daten zufolge erwartet der Industriezweig nun für 2009 eine durchschnittliche Umsatzrendite von minus 0,2 Prozent nach Steuern. 2008 hatten dieselben Unternehmen nach vorläufiger Hochrechnung noch eine Umsatzrendite von 2,6 Prozent erzielt, im Boomjahr 2007 waren es 4,2 Prozent.

Produktionsrückgänge sind schuld

Die drastischen Ertragseinbrüche haben laut Kannegiesser damit zu tun, dass die Industrie auf Produktionsrückgänge von durchschnittlich mehr als 25 Prozent bislang nur sehr zurückhaltend mit Personalabbau reagiert habe. Die Zahl der Beschäftigten sank binnen Jahresfrist nur um 4,9 Prozent, was zu einem starken Anstieg der Lohnstückkosten führte. In der Konsequenz bleibe den Betrieben damit “wenig Luft zur Finanzierung des laufenden Geschäfts und oft noch weniger für Investitionen“, warnte Kannegiesser.

Zur Jahresmitte war laut Arbeitsagentur ein Viertel der Metallbeschäftigten in Kurzarbeit. Spekulationen über ein drohendes Ende dieser Jobsicherung will Gesamtmetall indes nicht anheizen. Zwar sei Kurzarbeit für die Firmen nach wie vor ein teures Instrument. Gerade dies aber zeige, “dass die Unternehmen von den langfristigen Chancen der Metall- und Elektroindustrie als der Technologiebranche schlechthin überzeugt sind“.

dpa

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