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Rainer Dulger sieht in den zahlreichen Streiks eine Gefahr für die Tarifautonomie.

"Gefährlich für die Wirtschaft"

Gesamtmetall-Präsident Dulger kritisiert "Streik-Rekordjahr"

Passau - Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger, hat die derzeit hohe Anzahl der Streiks in Deutschland kritisiert.

"Wir müssen aufpassen, dass wir die Tarifautonomie nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Wenn ein Streik auf den nächsten folgt, ist das gefährlich für unsere Wirtschaft", sagte Dulger der "Passauer Neue Presse" vom Donnerstag. "Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht."

Dulger sagte, Deutschland sei "auf dem Weg zu englischen Verhältnissen", wo kleine Gewerkschaften einst die Wirtschaft ausbremsten. Dieses Jahr sei bereits jetzt, im Juni, als Streik-Rekordjahr in die deutsche Wirtschaftsgeschichte eingegangen.

Der Gesamtmetall-Präsident betonte, sein Verband stehe zur Tarifautonomie. Diese Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften sei ein großes Erfolgsmodell. "Das hat uns zu einer der stärksten Industrienationen der Welt gemacht." Der Gesetzgeber tue gut daran, sich bei der Tarifautonomie zurückzuhalten.

Kritik einiger Gewerkschaften am Tarifeinheitsgesetz wies Dulger zurück. "Kleine Gewerkschaften können auch in Zukunft selbstverständlich streiken. Die Tarifeinheit stellt aber die Verhältnismäßigkeit sicher". Nicht nur in der Metall- und Elektroindustrie gebe es lange Lieferketten. Wenn diese ständig durch Streiks unterbrochen würden, seien die Unternehmen nicht mehr wettbewerbsfähig.

AFP

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