Gesamtmetall-Präsident glaubt nicht an Investivlohn-Modell für alle

- Berlin - Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser gibt der flächendenkenden Einführung von Investivlöhnen in Deutschland keine Chance.

"Ein Einheitsmodell wird es nicht geben", sagte Kannegiesser der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin mit Blick auf diese Form, Arbeitnehmer an den Gewinnen der Unternehmen zu beteiligen. "Es wird aber immer Unternehmen geben, die sich für eine Beteiligung der Arbeitnehmer am Kapital des eigenen Unternehmens entscheiden."

So seien in Deutschland die Mitarbeiter von etwa 3500 Betrieben am Kapital beteiligt, etwa durch Belegschaftsaktien. Der häufige Wechsel von Berufen und Arbeitgebern mache Investivlöhne heute aber wenig praktikabel. "Das ist eine Idee aus den 50er Jahren, heute ist alles schnelllebiger geworden", sagte der Arbeitgeberverbands-Präsident.

Auch ein firmenübergreifender Fonds, in den Kapitalanteile für die Arbeitnehmer eingezahlt würden, sei keine Lösung. "Dann fehlt die Bindung an den Betrieb, die besondere Motivation." Diese erreiche man in der Praxis zunehmend mit erfolgsorientierten Entgeltbestandteilen. Die Arbeitnehmer entschieden dann in der Regel selbst, wo sie ihr Geld anlegen, sagte Kannegiesser.

Der Kapitalmarkt biete eine große Vielfalt an Möglichkeiten. In der Metall- und Elektroindustrie gebe es jetzt einen zusätzlichen Rentenbaustein: Seit dem vergangenen Oktober könnten die bisherigen vermögenswirksamen Leistungen in die betriebliche oder private Altersvorsorge fließen, sagte der der Arbeitgeberverbands-Präsident.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) plädierte in der Zeitschrift "Super Illu" für Kombi- und gegen Mindestlöhne. "Niedrige Löhne wird der Staat mit sozialen Leistungen ergänzen", sagte er in einem vorab verbreiteten Interview. "Wir werden mit den Gruppen anfangen, die besondere Probleme am Arbeitsmarkt haben: Ältere, auf deren Erfahrung wir nicht verzichten sollten, und Jüngere, die den Einstieg ins Berufsleben finden müssen."

Zum von der SPD favorisierten Modell der Mindestlöhne sagte Kauder: "Es kommt doch darauf an, was den Menschen wirklich hilft. Da habe ich bei gesetzlichen Mindestlöhnen erhebliche Zweifel." Gerade im Osten würden dadurch Arbeitsplätze abgebaut. Bestehende Wettbewerbsvorteile der ostdeutschen Wirtschaft würden damit zunichte gemacht.

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