Gesamtmetall-Präsident befürchtet Langzeitschäden

- Leipzig/Hannover - Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser befürchtet durch die Streiks in der ostdeutschen Metallindustrie schwere Folgeschäden. Zu den schon jetzt spürbaren wirtschaftlichen Einbußen kämen unkalkulierbare psychologische Langzeitwirkungen. "Das wirkt ausgesprochen tief abkühlend auf jedes weitere Engagement in Ostdeutschland. Und es wird künftig gerade im Ausland schwer sein, Investitionsentscheidungen durchzukriegen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Hannover.

<P>Er warf der IG Metall zudem eine völlig unangemessene Form des Konflikts vor. "Sie greift empfindliche Netzwerke an und sorgt damit für einen Laufmascheneffekt", sagte er mit Hinweis auf den bevorstehenden Produktionsstopp bei BMW mangels Teilen von Zulieferern. Jetzt zerrissene regionale Industrienetzwerke zum Beispiel in der Automobilbranche könnten auf Dauer beschädigt werden.</P><P>Kannegiesser wiederholte die Gesprächsbereitschaft der Arbeitgeber, allerdings ohne ein neues Angebot. Er warnte die IG Metall gleichzeitig davor, mit ihrer Taktik unabsehbare Folgen für die Wirkung von Flächentarifverträgen heraufzubeschwören. Die Gewerkschaft werde mit dem Abschluss von Haustarifverträgen die Verbände nicht zu einem schädliche Abschluss zwingen.</P><P>Der Gesamtmetall-Präsident sprach sich dafür aus, künftig verschiedene ineinander greifende Schlichtungsstufen zu vereinbaren an deren Ende - als "ultimativer Drohung" - eine Entscheidung durch einen außen stehenden Dritten stünde.</P>

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