Geschäft mit betrügerischen Krediten blüht auf

Studie der Schufa: - Sie werben überall: "Darlehen ohne Bonitätsprüfung" oder "Geld ohne Schufa" heißt es da. Doch die Versprechungen der Kreditvermittler führen nur selten zum gewünschten Ziel. Wie eine Studie im Auftrag der Wiesbadener Kreditschutzgesellschaft Schufa ergab, sind die Angebote der Kreditvermittler in ihrer übergroßen Mehrheit unseriös bis illegal.

Massenarbeitslosigkeit und Überschuldung haben in den vergangenen Jahren das Geschäft der Kreditvermittler aufblühen lassen. Nach vorsichtigen Schätzungen der Schufa versuchten im vergangenen Jahr knapp 400 000 Personen, ein Darlehen ohne Bonitätsprüfung zu ergattern.

Im Gegensatz zu Banken und Sparkassen, die darauf angewiesen sind, Geld zu verleihen und dafür Zinsen zu kassieren, basiert das Geschäftsmodell der betrügerischen Kreditvermittler auf völlig anderen Methoden. "Wir nehmen Geld für ein Versprechen", beschreibt der Wirtschaftsjurist Hugo Grote die Philosophie der Branche. Die Betrüger leben davon, ihre Kunden in der Hoffnung auf ein Darlehen möglichst lange hinzuhalten und ihnen dabei den letzten Cent abzunehmen.

Bundesweit setzen diese Betrüger nach Schätzungen der Schufa pro Jahr mindestes 150 Millionen Euro um. Die Opfer sind meist hilflos. Wer ohnehin pleite sei, habe kaum die Chance, einen Anwalt zu finden, der von einem Kreditvermittler 50 oder 200 Euro zurückfordere, erklärt Grote: "Da gibt es keinen Rechtsschutz."

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