Geschäftsflugzeug aus Bayern: Für Grob beginnt das Jet-Zeitalter

- Paris - Spektakuläre Pleiten prägen weithin das Bild der deutschen Luftfahrtindustrie. Doch im Hintergrund entsteht viel Neues: Ein bayerischer Flugzeughersteller stellte auf der "Paris Air Show" in Le Bourget seinen ersten Business-Jet vor.

<P>Grob, eine Tochter der gleichnamigen Maschinenbaugruppe, begann mit Segelflugzeugen, entwickelte dann mit der G109 einen vielbeachteten Motorsegler. Es folgten unterschiedliche Trainer und mit dem "Ranger" ein erstes Reiseflugzeug. Mit der Grob SPn beginnt in Mindelheim, dem Standort des Flugzeugbauers, das Jet-Zeitalter.<BR><BR>Zum Starten reicht schon eine Graspiste<BR><BR>Acht Passagiere finden Platz in der Kabine, die sich in Windeseile zum Frachtflugzeug umrüsten lässt. Insgesamt beträgt die Zuladung 1130 Kilo. Die Reichweite variiert je nach Beladung zwischen rund 2400 und rund 3300 Kilometern. Das reicht für einen Direktflug ohne Tankstop von München bis zum Ural, nach Tiflis, Luxor oder Island - ohne Zwischenlandung.<BR><BR>Rumpf und Flügel sind - wie bei Grob üblich - aus Kohlefaser. Die Stabilität leidet nicht darunter. Das Unternehmen betont die Robustheit seiner neuesten Entwicklung: Der Utility-Jet aus Bayern braucht knapp einen Kilometer Startstrecke. Dieser Kilometer muss nicht einmal asphaltiert sein. Teilbefestigte Gras- oder Sandpisten genügen - das war bisher Propellerflugzeugen vorbehalten.<BR><BR>Noch etwas ist eine Neuheit für Business-Jets dieser Größenordnung: Sie können von einem Piloten geflogen werden. Der Copilot findet zwar noch Platz im Cockpit, er ist aber nicht mehr zwingend vorgeschrieben.<BR><BR>Das neue Flugzeug soll bis 2007 alle notwendigen Tests und Schritte zur Zulassung absolviert haben und dann auf den Markt kommen. Flugfertig ausgerüstet soll das Flugzeug rund 5,8 Millionen Euro kosten.<BR><BR>Airbus will 2006 über 400 Flugzeuge ausliefern</P><P>Doch auch für den größten europäischen Luftfahrtkonzern EADS werden die Nachrichten besser. Nachdem bisher in Paris nur die Querelen um die neue EADS-Führungsspitze eine Rolle spielten, haben sich mittlerweile einige Sorgenfalten aufgelöst. Die neue A350, die europäische Antwort auf den Boeing-Dreamliner B787, kommt nun doch auf Touren. In Paris wurden erste Bestellungen des Flugzeugs bekannt gegeben. Nach dem Erstauftrag über 60 Maschinen der neuen Reihe von Qatar Airways zog nun das kuweitische Leasingunternehmen Alafco mit 12 Bestellungen nach. Mit 110 bis 120 Bestellungen rechnet Airbus-Chef Noë¨l Forgeard bis zum Ende der Messe und bis zum Jahresende sogar mit rund 200.<BR><BR>Damit kann das Wachstum weitergehen. Nach 320 Auslieferungen 2004 sollen es heuer 360 werden, im nächsten Jahr will Airbus die Marke von 400 knacken. Allein 30 "kleine" Flugzeuge der A320-Klasse sollen im Monat die Werkshallen verlassen, dazu kommen mindestens acht "große" A340.<BR>Unterdessen will Boeing das Rennen um die zweistöckigen Jumbos nicht aufgeben. <BR><BR>In Le Bourget, wo der Airbus-Riese A380 publikumswirksam seine Runden dreht, kündigte Boeing-Italien-Chef Rinaldo Petrignani eine längere Version der 30 Jahre alten B747 an. Die soll statt 412 mehr als 460 Passagieren Platz bieten und so die Lücke zum Großraum-Airbus A380 für bis zu 550 Passagiere kleiner machen.<BR></P><P> </P>

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