Geschäftsidee: Senioren-Supermarkt floriert

- Wien/Trostberg - "Über 50-Jährige sind die Kunden der Zukunft - also erhalten sie ihren eigenen Supermarkt." Als Kurt Erlacher von der österreichischen Supermarktkette Adeg dieses Konzept der Wiener Agentur Haslinger & Keck vor zwei Jahren hausintern vorstellte, wurde er noch belächelt. Heute gibt es schon zwei Adeg-Märkte für Senioren, und der Umsatz stimmt. Vielleicht greift gar die deutsche Adeg-Mutter Edeka die Idee auf.

<P>Auf den ersten Blick ist der Supermarkt für über 50-Jährige ein ganz normaler Markt. Nur manches ist einfach breiter und geräumiger. Etwa die Parkbuchten zum bequemen Ein- und Aussteigen oder die Gänge im Supermarkt. Die Regale sind niedriger, die Schilder größer, und bei Bedarf kann der Kunde zur beiliegenden Lupe greifen. Eine Spezialkonstruktion sind die Einkaufswagen: Breit, geräumig, mit Griffen zum Abstützen und einer Sitzfläche. "Wenn der Kunde sich hinsetzt, blockieren die Räder", erklärt Erlacher, der mit 40 Jahren noch nicht zur Zielgruppe gehört. Ansonsten gibt es für die Senioren ein Café´ und eine Bäckerei und in der Obstabteilung Bänke zum Ausruhen. Geselligkeit rund ums Einkaufen heißt das Schlagwort. "Wir haben da den Dorfwirt ersetzt", so der Projektleiter.</P><P>Für Adeg hat sich das Konzept nach Erlachers Angaben in barer Münze ausgezahlt, seitdem im Mai der erste Seniorenmarkt in Bergheim bei Salzburg eröffnet hat. Die Kundenfrequenz sei dort um 20 Prozent höher als bei einem normalen Adeg-Markt, Umsatz und Verweildauer lägen 30 Prozent über dem Durchschnitt. Und auch das Einzugsgebiet des Seniorenmarkts sei größer: 25 Kilometer gegenüber durchschnittlich 15 Kilometern. "Das zeigt, das unser Konzept ankommt", urteilt Erlacher. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist für ihn die professionelle Bedienung: Im Seniorenmarkt arbeiten nur Angestellte über 50. Auch das hat sich laut Erlacher ausgezahlt. Ältere Mitarbeiter seien in der Regel kompetenter, fehlten selten und hätten insgesamt das richtige Auftreten. "Die haben halt noch richtig Verkäufer gelernt", meint der Projektleiter.</P><P>Weil das Geschäft in der Provinz florierte, eröffnete Adeg in der vergangenen Woche einen zweiten Seniorenmarkt in Wien. Wenn das Konzept auch in der Großstadt funktioniert, könnte es laut Erlacher für die deutsche Adeg-Mutter Edeka interessant werden. "In zwei, drei Monaten haben wir die Daten", sagt er. Vorerst zieht nur Erlachers Büro von Wien ins oberbayerische Trostberg um. Ob ein Senioren-Supermarkt folgt, wird sich zeigen.<BR></P>

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