+
Nichts zu meckern: Fast neun von zehn Mittelständlern beurteilen ihre aktuelle Situation als "sehr gut" oder "gut". Foto: Marijan Murat

Zufriedene Wirtschaft

Geschäftsklima im Mittelstand auf Rekordhoch

Beste Stimmung im deutschen Mittelstand: Das Geschäft brummt, die Aussichten sind vielversprechend. Ein Thema jedoch bereitet den Unternehmen zunehmend Sorge.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Stimmung im deutschen Mittelstand ist einer Umfrage zufolge so gut wie seit Jahren nicht. Zugleich erwarten die Firmen überwiegend, dass sich ihre Geschäfte in den nächsten sechs Monaten weiter verbessern werden.

In der Frühjahrserhebung des Bankenverbandes BVR und der DZ Bank bewerten die 1500 repräsentativ befragten Unternehmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die weiteren Aussichten mit Bestnoten.

Fast neun von zehn Mittelständlern (88,4 Prozent) beurteilen ihre aktuelle Situation demnach als "sehr gut" oder "gut". Per Saldo habe es seit dem Start dieser Umfrage vor 22 Jahren nie ein so positives Ergebnis gegeben, teilten die genossenschaftlichen Institute mit.

Mit Ausnahme der Elektroindustrie fallen die Geschäftserwartungen in allen Branchen im Vergleich zur Herbstumfrage positiver aus.

So optimistisch habe sich der deutsche Mittelstand in Summe seit drei Jahren nicht mehr gezeigt, konstatieren die Autoren. Das Zinstief kurbelt die Nachfrage auf dem Bau an, die gute Arbeitsmarktsituation stützt den privaten Konsum, wovon etwa der Einzelhandel profitiert.

Acht von zehn (81,1 Prozent) Mittelständlern wollen in den nächsten sechs Monaten in ihr Unternehmen investieren, gut ein Viertel der Unternehmen (26,7 Prozent) will weiteres Personal einstellen.

Immer mehr Sorgen macht Firmenchefs und Geschäftsführern allerdings der Fachkräftemangel. "Sowohl die Digitalisierung als auch der fortschreitende Altersstrukturwandel werden in den nächsten Jahren für eine kontinuierliche Verschärfung dieses Problems sorgen", heißt es in der Studie.

"Die mittelständischen Unternehmen investieren kräftig in Kapazitäten und Personal. Das ist ein klares Signal der Zuversicht", konstatiert Uwe Berghaus, Firmenkundenvorstand der DZ Bank für die Regionen West, Nord und Ost. "Allerdings erweist sich der Fachkräftemangel in manchen Branchen und Regionen immer mehr als Engpass, auch wenn die Unternehmen hier gezielt gegensteuern."

Mittelstandsstudie DZ Bank/BVR Frühjahr 2017

Mittelstandsstudie DZ Bank/BVR Herbst 2016

Frühere Mittelstandsstudien

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Analyse: Viele Haushalte mussten mehr heizen
Eschborn (dpa) - Wegen der kühlen Witterung in den Wintermonaten des Jahres 2016 mussten viele Haushalte in Mehrfamilienhäusern laut einer Analyse mehr heizen als im …
Analyse: Viele Haushalte mussten mehr heizen
Stromnetz nicht vorbereitet für Ausbreitung von E-Autos
Der Bund erwartet eine EU-Quote für Elektroautos - doch das ächzende deutsche Stromnetz ist auf eine massenhafte Verbreitung von E-Mobilen gar nicht vorbereitet. Eng …
Stromnetz nicht vorbereitet für Ausbreitung von E-Autos
Dobrindt wirbt für Umtauschprämien der Autobauer
Damit die Luft in Städten besser wird, sollen alte Diesel runter von der Straße - das war ein Ergebnis des Dieselgipfels. Autobauer bieten Prämien für Kunden, die sich …
Dobrindt wirbt für Umtauschprämien der Autobauer
Machnig zu Wöhrl-Angebot: Air Berlin braucht mehrere Partner
Der Bund hält nichts von einer Komplett-Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch den Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl.
Machnig zu Wöhrl-Angebot: Air Berlin braucht mehrere Partner

Kommentare