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Nicht jedes gut gemeinte Geschenk findet auch den Gefallen des Beschenkten. Die meisten Geschäfte tauschen aber nach Weihnachten Geschenke um.

Geschenke umtauschen: Die meisten Händler sind kulant

München - Jedes Jahr landen unliebsame Präsente auf dem Gabentisch, die der Beschenkte schnell wieder loswerden möchte. Doch ein generelles Recht auf Umtausch gibt es in Deutschland nicht.

Die grünen Socken sind hässlich, der Krimi steht längst im Regal und die Volksmusik-CD passt so gar nicht in die Klassik-Sammlung. Nicht nur vor Weihnachten sind die Kaufhäuser und Geschäfte rappelvoll, auch nach den Feiertagen strömen tausende Menschen in die Innenstädte - um unliebsame Geschenke umzutauschen. Wie selbstverständlich gehen die meisten Beschenkten davon aus, dass sie unpassende Präsente einfach wieder zurückbringen können. Doch das ist ein Trugschluss, denn: Gekauft ist gekauft.

Gibt es ein Recht

auf Umtausch?

Ein grundsätzliches Umtauschrecht gibt es in Deutschland nicht, denn es ist ein verbindlicher Vertrag zustande gekommen. Aber: Viele Geschäfte nehmen die Ware dennoch zurück. Dies geschieht dann allerdings freiwillig und aus reiner Kulanz. Vor allem große Kaufhäuser und Modeketten sind großzügig, wenn die Ware einwandfrei, unbenutzt und originalverpackt ist.

Bekommt man dann sein Geld zurück?

Bargeld wird nicht immer ausgezahlt. Das können Kunden auch nicht verlangen. Ausnahme: Hat der Kunde sich bereits beim Kauf die Rückgabemöglichkeit auf der Quittung schriftlich bestätigen lassen, muss der Kaufpreis in jedem Fall bar ausgezahlt werden. Andernfalls müssen Kunden auch Gutscheine akzeptieren. Schließlich kann der Händler den Umtausch abwickeln, wie er möchte.

Welche Fristen gelten für den Umtausch?

Generelle Fristen gibt es nicht. Allgemein gilt aber: Unerwünschte Geschenke sollten nach den Feiertagen so schnell wie möglich zurückgebracht werden - möglichst innerhalb von 14 Tagen. Wer zu lange wartet, mindert seine Rückgabechancen. Hat man das Geschenk schon sehr viel früher gekauft, kann man mit dem Händler eine Sonderregelung vereinbaren - am besten schriftlich auf dem Kassenbon. Und: Hat der Händler mit langen Umtauschfristen geworben, darf der Kunde im Fall der Fälle darauf bestehen.

Was kann man nicht umtauschen?

Kosmetika wie Cremes, Parfüm oder Nagellack und Genussmittel wie Wein werden aus hygienischen Gründen nicht zurückgenommen, auch wenn sie originalverpackt sind. Gleiches gilt für Unterwäsche und Bademoden. Auch Sonderangebote, reduzierte und individuell angefertigte Waren beispielsweise mit Gravur sind meist vom Umtausch ausgeschlossen. Das gilt auch für entsiegelte CDs, DVDs oder Software. Tipp: Diese Produkte sollte der Beschenkte also gar nicht erst auspacken, wenn er merkt, dass er damit unzufrieden ist.

Auch von Reisen oder Zeitschriftenbestellungen kann man nicht ohne weiteres zurücktreten. Gute Chancen auf Rückgabe hat man dagegen bei Büchern, Kleidung oder Elektrogeräten.

Geht der Umtausch auch ohne Bon?

Für einen Umtausch sind der Kassenbon oder das Preisetikett grundsätzlich die Voraussetzung. Fehlt beides, zeigen sich viele Händler meist auch dann kulant, wenn der Kunde einen Zahlungsnachweis per Kontoauszug oder Kreditkartenabrechnung vorlegen kann. Aber völlig ohne Nachweis wird kein Händler die Ware wieder zurücknehmen.

Wie tauscht man

bestellte Ware um?

Bei Bestellungen per Telefon, Fax oder via Internet kann der Käufer die Bestellung innerhalb von 14 Tagen rückgängig machen - einfach die Waren ohne Angabe von Gründen zurückschicken, und das Geld wird erstattet. Vorsicht: Jeder Tag zählt, Wochenenden und Feiertage verlängern diese Frist nicht.

Ausnahme: Gibt der Online-Händler keine Widerrufsbelehrung, kann man unbefristet zurücksenden. Und: Umtauschen kann immer nur derjenige, der die Ware auch bestellt hat. Beschenkte müssen den Schenker also um Rückabwicklung bitten.

Achtung: Kostet die Ware weniger als 40 Euro, trägt der Käufer die Portokosten selbst.

Was ist, wenn das

Geschenk kaputt ist?

Dann handelt es sich nicht um einen Umtausch, sondern um eine Reklamation. Auf Geräte jeglicher Art gibt es in der Regel zwei Jahre Garantie. Der Kunde muss in diesem Fall auch nicht die Originalverpackung vorlegen oder sich mit einem Gutschein abspeisen lassen. Der Händler hat die Pflicht zur Nachbesserung - bis zu zwei Mal. Erst danach gibt es Ersatz. Wichtig: Für Kunden ist der Händler Ansprechpartner - nicht der Hersteller.

Simone Werner

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