S-Bahn: Störung auf Linie S8 - Hinweis für Reisende zum Flughafen

S-Bahn: Störung auf Linie S8 - Hinweis für Reisende zum Flughafen
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Statt entspannten Urlaubstagen erwarten einen bei vorgeblich geschenkten Reisen oft böse Überraschungen. Die Nebenkosten oder Saisonzuschläge verteuern das Angebotene oft dramatisch.

Geschenkreisen: Freifahrt mit Ärger inklusive

Eine geschenkte Fernreise oder ein Gutschein für einen Ausflug mit Bus oder Bahn – solche Gewinn-Mitteilungen im Briefkasten sind keine Seltenheit. Doch Vorsicht ist geboten. Sonst ist man am Ende viel mehr Geld los, als man durch den Gutschein einspart.

Es ist eine neue Methode der Kundenbindung. Wer etwa ein Zeitschriften-Abo kündigt oder bei Motoröl und Benzin einem bestimmten Konzern treu bleibt, kann sich immer öfter über eine Gratis-Reise freuen. Andere Unternehmen verlosen unter treuen Kunden Reisegutscheine. Die sollten sich aber nicht zu früh freuen und das Kleingedruckte genau studieren, rät Tatjana Halm, Rechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. „Wer verschenkt schon etwas ohne eigenen Nutzen?“, fragt die Verbraucherschützerin und erinnert an den Spruch: „Umsonst ist nur der Tod, doch der kostet das Leben.“

Auf teure Zuschläge gefasst sein

Wer einen Gutschein für eine angebliche Gratisreise gewinnt oder geschenkt bekommt, sollte nachforschen, was für zusätzliche Kosten auf ihn zukommen könnten. Dies sind in den meisten Fällen hohe Einzelzimmer-Zuschläge und teure Gebühren für Ausflüge vor Ort. Der Grund für die hohen Zusatzkosten: Reisegewinne oder Reisegutscheine dienen in erster Linie zum Vertrieb von Reiseleistungen, macht Verbraucherschützerin Halm klar. Zwar hat das Oberlandesgericht München in einem Urteil als „missbräuchliche Laienwerbung“ verurteilt (Az.: 6 U 3346/98), wenn ein Alleinreisender die Wahl hat, ein Zimmer mit einem Fremden zu teilen oder einen überteuerten Einzelzimmerzuschlag zu zahlen, doch sind die Veranstalter erfinderisch. Die Liste der Zusatzkosten lässt sich beliebig verlängern: Manchmal sind es An- und Abfahrt zum Flughafen, dann extra hohe Reise- oder Hotelgebühren für eine Begleitperson oder ein „Saisonzuschlag“, da der ursprüngliche Reisetermin angeblich schon belegt ist. „Es ist keine Seltenheit, dass vor Ort auf die Teilnehmer immense Zusatzkosten zukommen“, warnt Halm und rät dazu, genau nachzuforschen, was im Reisepreis enthalten ist. Vorsicht ist auch bei zusätzlichen Gebühren für etwa „Buchung“, „Bearbeitung“ oder „Vermittlung“ angebracht. Ist eine „Unkostenpauschale“ Voraussetzung für die Reise, so ist diese Bedingung nach einem Urteil des Amtsgerichts Cloppenburg unwirksam (Az.: 17 C 253/00).

Böse Überraschungen am Urlaubsort

Kunden, die für ihre Treue mit einer Gratisreise belohnt werden, sollten auf der Hut sein. Meist geht es in der Vor- oder Nachsaison in die Türkei. Gratis ist der Aufenthalt samt Essen im Vier-Sterne-Hotel, nur der Flug muss selbst bezahlt werden. Dann aber stellt sich heraus, dass das Hotel abgelegen im Nirgendwo steht. Dennoch werden an der Bar gesalzene Getränkepreise verlangt, die denen eines Luxushotels oder Cafés am Markusplatz in Venedig gleich kommen. Und neben dem Hotel wird gerade in Akkordarbeit ein Neubau hochgezogen – verbunden mit entsprechend viel Lärm.

Statt am Strand auf dem Teppichmarkt

Wer ungern an Verkaufsveranstaltungen teilnimmt und keine Lust hat auf Pfefferminztee bei Teppichhändlern, sollte sich klarmachen, dass im Zweifel die Kooperation mit dem örtlichen Kunsthandwerk seinen kostenlosen Aufenthalt finanziert, wie Verbraucherschützerin Halm klarstellt. Sprich: Der Tourist, durch die vermeintliche Gratisreise in Geberlaune versetzt, wird in Leder-, Schmuck- und Teppichmanufakturen gekarrt und dort von orientalischen Verkaufsprofis so lange bearbeitet, bis er weich wird und kauft – bei den eigentlichen Sehenswürdigkeiten wird dagegen nur kurz angehalten und ein überhöhter Eintrittspreis verlangt. Oft ist die Teilnahme an solchen „Ausflugsfahrten“ sogar Voraussetzung für eine kostenlose Unterkunft. Wer nicht mitfährt, muss dann eventuell die ganze Reise selbst bezahlen.

Achtung bei Stornogebühren

Immer wieder müssen „Gratisreisen“ letztlich doch bezahlt werden. Und zwar von denen, die sie nicht antreten – weil etwa der Abflug im Morgengrauen von einem abgelegenen Regionalflughafen stattfinden soll oder die Zusatzkosten für das Frühstück im Hotel fast einem Zimmerpreis entsprechen. Wer mit seiner Unterschrift seine Teilnahme erst einmal bestätigt hat, muss mit saftigen Stornogebühren rechnen, wenn er doch nicht mitfahren kann.

Nötigung zum Kauf nicht hinnehmen

Wenn die Teilnehmer eines Ausflugs an einen See diesen wegen überlanger Verkaufsveranstaltung kaum zu Gesicht bekommen, handelt es sich um eine Kaffeefahrt. Solche sind – zur Verzweiflung der Angehörigen – bei Senioren oft beliebt. „Die arbeiten mit allen psychologischen Tricks“, warnt Halm. Wer ihren Rat, gar nicht erst teilzunehmen, nicht befolgen will, sollte sich spätestens dann wehren, „wenn er vorm Kauf nicht auf die Toilette darf“, fordert Halm. Und die Polizei rufen.

Ist tatsächlich ein Gewinn zugesagt?

Die Gewinnmitteilungen oder Gutscheine für Reisen und Kaffeefahrten sind „häufig sehr merkwürdig formuliert. Man muss genau nachlesen, ob man tatsächlich überhaupt eine Reise versprochen bekommt“, sagt Halm. Manchmal werde eine solche lediglich in Aussicht gestellt. Wenn der Empfänger allerdings klar als Gewinner genannt ist, hat er auch einen Rechtsanspruch auf die geschenkte Reise. Dennoch heißt es: Reiseunterlagen nur mit klarem Kopf unterschreiben. Verbraucherschützerin Halm warnt: „Leider stecken hinter solchen Gratis-Reisen häufig unseriöse Anbieter.“

Sind Gratisreisen einklagbar?

Grundsätzlich ja. Hat doch der Gesetzgeber in Paragraph 661a des BGB vorgeschrieben, dass ein Unternehmen, das einen Gewinn zusagt, diesen dem Verbraucher gegenüber auch zu leisten hat. Dies bestätigen Gerichtsurteile, so etwa der Bundesgerichtshof im Jahr 2004 (Az.: III ZR 226/03). Doch gibt es diverse Fallstricke. Wer sichergehen will, dem rät die Verbraucherschützerin Halm: „Weg mit der Karte in den Papierkorb.“ Denn in vielen Fällen sei es sehr schwer, einen Rechtsstreit zu führen.

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